https://www.faz.net/-gpf-9k354

Missbrauchskonferenz : Echte Tränen im Vatikan

Bischöfe während dem Gipfeltreffen zum Thema Missbrauch im Vatikan Bild: dpa

Am ersten Tag der Missbrauchskonferenz im Vatikan flossen nicht nur Tränen. Auch über das Grundproblem der katholischen Kirche wurde gesprochen: der Mangel einer Rechtskultur. Ein Kommentar.

          Von den beiden Vorträgen am ersten Tag des „Missbrauchs“-Gipfels im Vatikan war der erste der bewegende. In der Person des philippinischen Kardinals Tagle kam ein Repräsentant jener „Kirchen des Südens“ zu Wort, von denen noch bis vor kurzem eher abwiegelnde Stimmen zu hören waren.

          Doch dessen Tränen angesichts des skandalösen Versagens beim Schutz der Schwachen waren ebenso authentisch wie die Schicksale einiger Opfer, mit denen die Teilnehmer per Video konfrontiert wurden. Der Vortrag des maltesischen Erzbischofs Scicluna war dagegen umso trockener – und doch nicht minder bedeutsam.

          Der versierte Kirchenrechtler beschrieb in extenso, dass gerade Bischöfe in der Vergangenheit nicht einmal die kirchlichen Rechtsnormen beachtet hätten, geschweige denn staatliches Recht. Damit ist schon am ersten Tag der entscheidende Faktor identifiziert, der viele Täter im Raum der Kirche sich in Sicherheit wiegen ließ: der eklatante Mangel an Rechtskultur in der katholischen Kirche. Sollte sich daran nichts ändern, werden noch viele Tränen fließen.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Ziemiak äußert sich zu Rezo-Video Video-Seite öffnen

          „Er hat einen Punkt getroffen“ : Ziemiak äußert sich zu Rezo-Video

          Nach dem millionenfach angeklickten Youtube-Video mit harschen Attacken auf die CDU lädt die Partei Urheber Rezo zum Gespräch. Im Dialog mit dem Youtuber sei ihm wichtig, wie junge Menschen für Politik begeistert werden könnten, sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak in Berlin.

          Topmeldungen

          Lencke Steiner, Spitzenkandidatin der Bremer FDP für die Bremer Bürgschaftswahl, könnte einem Jamaika-Bündnis im Wege stehen.

          FDP in Bremen : Im Reich des Tschakka

          Die aus dem Fernsehen bekannte Spitzenkandidatin der Bremer FDP, Lencke Steiner, gilt als Marketingtalent, aber auch als Hindernis für eine Jamaika-Koalition – beides steht in einem Zusammenhang.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.