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Übergriffe jahrelang vertuscht : Der Skandal, der Polens Katholiken aufrüttelt

Erst kurz vor dessen Tod setzte der Stettiner Bischof Andrzej Dzięga (Mitte) den beschuldigten Priester als Direktor des medizinischen Instituts der Diözese ab (Aufnahme während einer Messe 2016 in Stettin). Bild: Picture-Alliance

Das Fazit eines polnischen Kirchenkritikers ist bitter: „Erst Gott wird über diesen Priester richten.“ 25 Jahre lang wurden sexuelle Übergriffe eines Stettiner Internatsgründers vertuscht. Jetzt fordert eine Initiative mehr Transparenz.

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          Auf dem Höhepunkt des jüngsten Missbrauchsskandals in der polnischen Kirche ist der Priester gestorben, um den es geht: Andrzej Dymer, tätig in der Hafenstadt Stettin, erlag in der vergangenen Woche einem Krebsleiden. Die Vorwürfe gegen ihn und Polens mächtige katholische Kirche, der knapp 90 Prozent der Bevölkerung angehören, wiegen schwer: 25 Jahre lang sollen seine pädophilen Übergriffe auf Jungen vertuscht worden sein.

          Gerhard Gnauck

          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Selbst Entwicklungsminister Jarosław Gowin, ein bekanntermaßen kirchennaher Politiker, kritisierte die Vorgänge. „Entweder die Kirche stellt endlich die Opfer der Sexualstraftäter an erste Stelle, oder sie verliert ihre Glaubwürdigkeit.“ Die Unruhe wächst, immer lauter rufen Laien nach Transparenz. Nun haben sie einen katholischen „Kongress“ einberufen.

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