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Frankreich : Minister: Anschlagspläne durch Festnahme vereitelt

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„Anschlag verhindert“: Gérard Collomb Bild: AFP

Zwei ägyptische Brüder sollen laut dem französischen Innenminister ein Attentat mit Sprengstoff oder einem Gift geplant haben. Der Erfolg beruhe auf der Beobachtung von Netzwerken, so Gérard Collomb.

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          Mit der Festnahme zweier Brüder ist in Frankreich nach Angaben von Innenminister Gérard Collomb ein Anschlag verhindert worden. Die jungen Männer ägyptischer Herkunft hätten einen Anschlag entweder mit Sprengstoff oder mit dem Gift Rizin vorbereitet, sagte Collomb am Freitag im französischen Sender BFMTV. „Sie hatten Anleitungen, die darlegten, wie man in der Tat Gifte auf Basis von Rizin herstellt.“ Die Brüder seien festgenommen worden.

          Auf die Frage, wie es zu der Festnahme kam, antwortete der Minister: „Es ist so, dass wir eine gewisse Anzahl Personen in den Netzwerken überwachen.“ Die beiden Männer hätten die Kommunikations-App Telegram genutzt. „Wir haben (...) dieses Anschlagsprojekt aufdecken und sie festnehmen können.“

          Rizin ist ein Gift, das aus den Samen des Wunderbaums gewonnen wird. Sowohl die orale Einnahme der Körner wirkt bei entsprechender Menge tödlich, als auch die intravenöse, inhalative oder subkutane Aufnahme, wobei die letale Menge dabei wesentlich geringer ist.

          Diese Ankündigung kommt wenige Tage nach einer islamistischen Messerattacke in Paris. Der Angreifer hatte am vergangenen Samstag einen Menschen getötet und fünf weitere verletzt. Frankreich war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel islamistischer Anschläge, bei denen seit Anfang 2015 mehr als 240 Menschen ermordet wurden. Die Regierung berichtet immer wieder von vereitelten Anschlagsplänen – Ministerpräsident Édouard Philippe hatte ihre Zahl Ende März auf 51 seit Januar 2015 beziffert.

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