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In der Nähe von Kabul : Mindestens zwölf Tote bei Anschlag in Afghanistan

  • Aktualisiert am

Sicherheitskräfte kommen am Freitag am Anschlagsort nördlich der Hauptstadt Kabul im Distrikt Schakar Dara an. Bild: dpa

Bei einem mutmaßlichen Anschlag auf eine Moschee nahe der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens zwölf Menschen getötet worden. Mindestens 15 Menschen wurden verletzt. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat.

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          Bei einem Anschlag auf eine Moschee in Afghanistan sind nach Polizeiangaben am Freitag mindestens zwölf Menschen getötet worden. Das Attentat ereignete sich wenige Kilometer nördlich der Hauptstadt Kabul im Distrikt Schakar Dara während einer von den Taliban angekündigten dreitägigen Waffenruhe zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan. Unter den Todesopfern ist auch der Imam der Moschee. Wie die Polizei der Provinz weiter mitteilte, wurden darüber hinaus mindestens 15 Menschen verletzt. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Die USA hatten zuvor den Abzug ihrer Truppen vom afghanischen Stützpunkt Kandahar abgeschlossen.

          Nach Angaben des Innenministeriums in Kabul handelte es sich bei der Explosion in der Moschee im Bezirk Schakar Darah in der Provinz Kabul mutmaßlich um einen Anschlag. Vor dem Freitagsgebet sei Sprengstoff in dem Gotteshaus platziert worden, sagte ein Ministeriumssprecher. Die radikalislamischen Taliban bestritten, verantwortlich zu sein.

          Waffenruhe sorgte zunächst für Nachlassen der Kämpfe

          Der Beginn des Rückzugs der internationalen Truppen war in den vergangenen Wochen von einer Zunahme der Kämpfe zwischen den Islamisten und den afghanischen Sicherheitskräften begleitet worden. Für das dreitägige Eid-al-Fitr-Fest, das am Samstag zu Ende geht, hatten beide Seiten jedoch eine Waffenruhe vereinbart. Diese hatte zunächst zu einem Nachlassen der Kämpfe geführt.

          Kurz vor der Explosion in der Moschee hatte die US-Botschaft den kompletten Abzug der US-Truppen aus Kandahar bekanntgegeben – dort lag vormals der zweitgrößte amerikanische Stützpunkt in dem Land. Kandahar ist die Heimatprovinz der Taliban. In den vergangenen Monaten hatte es dort heftige Gefechte zwischen den Radikalislamisten und der afghanischen Armee gegeben. Noch vergangene Woche hatten die US-Truppen mit Luftangriffen von Kandahar aus die afghanische Armee im Kampf gegen die Taliban unterstützt.

          Die Regierung des früheren amerikanischen Präsidenten Donald Trump hatte im Februar 2020 in Doha ein Abkommen mit den Taliban geschlossen, um den längsten Kriegseinsatz der amerikanischen Geschichte zu beenden. Die USA sowie die gesamte Nato begannen dann Ende April mit ihrem Truppenabzug. Zuletzt waren in Afghanistan insgesamt noch etwa 9600 Nato-Soldaten stationiert gewesen, darunter rund 1100 deutsche Soldaten.

          Der Abzug soll bis spätestens zum 11. September abgeschlossen sein, also dem 20. Jahrestag der Terroranschläge in den USA. Die Anschläge von 9/11 hatten zur US-Invasion in Afghanistan geführt. Trump hatte den kompletten amerikanischen Truppenabzug aus Afghanistan den Taliban zwar bereits zum 1. Mai zugesagt, doch sein Amtsnachfolger Joe Biden verlängerte diese Frist.

          Mehr Schutz für afghanische Mitarbeiter der Nato-Truppen gefordert

          Die Angriffe der Taliban richteten sich in den vergangenen Wochen nicht gegen die internationalen Truppen, sondern gegen die afghanischen Sicherheitskräfte. Im Westen gibt es jedoch wachsende Sorgen um die Sicherheit der afghanischen Mitarbeiter ihrer Truppen.

          So verlangte jetzt in Deutschland eine Gruppe von 80 früheren Diplomaten, Bundeswehr-Führungskräften, Politikern und Wissenschaftlern von der Bundesregierung mehr Schutz von Afghanen, die etwa als Dolmetscher oder Wachleute tätig waren. Die einstigen Ortskräfte, die jahrelang die Bundeswehr, Polizeiausbilder und Diplomaten der Bundesrepublik unterstützten, fürchteten nun um ihr Leben, heißt es laut der Zeitschrift Spiegel in einem offenen Brief.

          Diese Menschen und ihre Familien müssten nun „zügig und unbürokratisch“ in Deutschland aufgenommen werden, zitierte das Magazin aus dem Schreiben. Die Taliban hätten immer wieder deutlich gemacht, „dass sie diese Ortskräfte als Kollaborateure des Westens begreifen“. Zu den Unterzeichnern gehören der frühere Bundeswehr-Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan, die frühere Außen-Staatsministerin Kerstin Müller und Rainer Glatz, der früher das Einsatzführungskommando der Bundeswehr leitete.

          Ein Sprecher des Auswärtigen Amts sagte zu dem Brief, die Bundesregierung sei sich ihrer Verantwortung für ihre afghanischen Mitarbeiter „sehr bewusst“. Es gebe derzeit intensive Abstimmungen zwischen Ministerien mit dem Ziel, die Verfahren zur Aufnahme ehemaliger afghanischer Mitarbeiter in Deutschland „so unkompliziert wie möglich zu gestalten“ und zu beschleunigen.

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