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Amoklauf in Thailand : Berichte über Schusswechsel in Einkaufszentrum

Diese Menschen konnten vor dem Täter aus dem Einkaufszentrum flüchten: Ein Soldat hat bei einem Amoklauf in der thailändischen Provinz Nakhon Ratchasima mindestens 20 Menschen getötet. Bild: AP

Bei einem Amoklauf im Nordosten Thailands hat ein Soldat mindestens 20 Menschen getötet. Danach soll er bis zu 16 Geiseln genommen haben. Sicherheitskräfte bemühten sich um die Festnahme des Schützen.

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          Ein thailändischer Soldat hat bei einem Amoklauf in der Stadt Nakhon Ratchasima (auch bekannt als Korat) am Samstag mindestens 20 Menschen getötet und 21 weitere verletzt. Am Abend begannen Spezialtruppen offenbar, sich dem Schützen in dem Einkaufszentrum zu nähern. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, seien aus dem Gebäude heftige Schusswechsel zu hören. Laut Polizeifunk wurden die Schüsse im Untergeschoss des von Sicherheitskräften umringten Einkaufszentrums abgeben.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Das Motiv für den Amoklauf war zunächst unklar. Der Mann, der Jakkrapanth Thomma heißen soll, entwendete laut thailändischen Medienberichten aus einem Militärstützpunkt mehrere Waffen und erschoss seinen Vorgesetzten und zwei weitere Personen. Dann fuhr er mit einem Wagen in Richtung eines Einkaufzentrums mit dem Namen Terminal 21 und eröffnete dort das Feuer auf Kunden und Verkehrsteilnehmer.

          Den Berichten zufolge verschanzte sich der 32 Jahre alte Mann danach mit bis zu 16 Geiseln im vierten Stock des Einkaufszentrum in der Stadt im Nordosten Thailands. Nach Angaben der Polizei war der Schütze am Abend noch nicht gefasst. Er hatte seine Tat live über Facebook und andere Kanäle im Internet übertragen. „Ich bin müde“, sagte der Amokläufer auf einem der Videos in die Kamera. „Ich kann meinen Finger nicht mehr bewegen.“ Kurz danach war der Livestream seiner Tat auf Facebook abgebrochen. Den Bildern zufolge trug er bei seinem Amoklauf einen Helm und Uniform.

          Videoaufnahmen mutmaßlicher Augenzeugen zeigten außerdem eine Person, die offenbar auf einem Parkplatz auf Verkehrsteilnehmer schoss. Es waren Menschen zu sehen, die aus dem Einkaufszentrum flüchteten. Die Bürger wurden von der Polizei angehalten, sich von dem Gebiet fernzuhalten und möglichst in ihren Häusern zu bleiben. Am Abend traf eine Spezialeinheit an dem Einkaufszentrum ein. Ein Polizeikommando wurde aus Bangkok mit einem Hubschrauber eingeflogen. Wie es hieß, wurde auch die Mutter des Täters von der Polizei in den Einsatz eingebunden. Sie sollte den Täter zur Aufgabe bewegen.

          Das Einkaufszentrum in Korat: Dort soll es nach einem Amoklauf  Verletzte und Tote geben.

          Medien und Augenzeugen wurden angehalten, keine Bilder und Informationen des Polizeieinsatzes zu veröffentlichen, um dem Täter keine Hinweise zu geben. Hinweise auf einen möglichen terroristischen Hintergrund bei der Tat gab es zunächst nicht. Zu Anschlägen kommt es sonst vor allem im muslimischen Süden des Landes, wo eine Separatistenbewegung vor allem Sicherheitskräfte und staatliche Institutionen ins Visier nimmt.

          Nur äußerst selten kommt es in Thailand zu solchen Massenschießereien mit Dutzenden Opfern. Aber das Land hat eine der höchsten Todesraten durch Schusswaffen in Asien. Nach offiziellen Angaben gibt es mehr als sechs Millionen registrierte Schusswaffen in Thailand, 67 Millionen Menschen leben in dem Land. Hinzu kommen Schätzungen zufolge aber bis zu vier Millionen Schusswaffen, die illegal erworben wurden.

          Unter den ersten Toten an dem Militärstützpunkt waren auch eine 63 Jahre alte Frau und ein weiterer Soldat, hieß es in der thailändischen Presse. In dem Einkaufszentrum brachte der Mann mit Schüssen einen Gaskocher zur Explosion. Deswegen waren hohe Flammen an dem Einkaufszentrum zu sehen. Laut Presse hatte der Soldat auf Facebook auch weitere Nachrichten veröffentlicht. „Soll ich mich ergeben?“, hieß es darin etwa. Und: „Niemand kann dem Tod entfliehen.“ Sowie: „Sie sind reich, weil sie andere ausnutzen. Was glauben sie, können sie mit ihrem Geld in der Hölle anfangen?“  Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, es gebe bisher keine Erklärung für die Tat. „Es sieht so aus, als sei er verrückt geworden“, sagte der Sprecher.

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