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Flüchtlingsboote gesunken : Mindestens 57 Flüchtlinge sterben im Mittelmeer

  • Aktualisiert am

Vor der tunesischen und der türkischen Küste sind abermals Boote mit Migranten gekentert (Archivfoto). Bild: dpa

In diesem Jahr machen sich wieder mehr Migranten auf dem Seeweg nach Europa. Jetzt sind vor der tunesischen und der türkischen Küste Boote gekentert. Unter den Toten sind auch Kinder.

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          Bei Bootsunglücken im Mittelmeer sind erneut Dutzende Migranten ums Leben gekommen. Vor der tunesischen Küste nahe der Inselgruppe Kerkenna starben mindestens 48 Menschen, als ihr Boot sank, wie das tunesische Verteidigungsministerium am Sonntag mitteilte. 64 Menschen werden noch vermisste, twitterte ein Sprecher der Internationalen Organisation für Migration. Auch vor der türkischen Südküste ertranken mindestens neun Menschen, darunter sechs Kinder. Das teilte die türkische Küstenwache mit.

          Vor der tunesischen Küste wurden den Angaben zufolge mindestens 68 Migranten aus Tunesien und anderen Ländern gerettet. Die Suche nach Überlebenden musste am Abend eingestellt werden. Die Opfer seien hauptsächlich Tunesier, aber auch acht Ausländer, unter anderem aus Staaten südlich der Sahara oder dem Nachbarland Marokko. Das Verteidigungsministerium geht davon aus, dass das Schiff wegen Überfüllung verunglückte – auf ihm sollen sich 180 Menschen befunden haben.  Es ist eine der schlimmsten Katastrophen dieser Art in den vergangenen Jahren.

          Der neue italienische Innenminister Matteo Salvini sagte bei einem Besuch in Sizilien mit Blick auf das jüngste Unglück: „Ziel ist es, Leben zu retten. Und das macht man, indem man die Abfahrten der Boote des Todes aufhält.“ Zuvor hatte er wieder Stimmung gegen Migranten gemacht und unter anderem gesagt: „Für die Illegalen ist das schöne Leben vorbei, sie müssen die Koffer packen.“

          Wieder mehr Migranten auf dem Seeweg

          Weil die Kontrollen in Libyen zuletzt verschärft wurden, starten immer mehr Flüchtlingsboote von Tunesien aus. Das Land steckt in einer Wirtschaftskrise, die Arbeitslosigkeit und die hohe Inflation sind drängende Probleme. Von dort wird oft die italienische Mittelmeerinsel Sizilien angesteuert. Im vergangenen Jahr hatten rund 5700 Tunesier versucht, Europa auf dem Seeweg zu erreichen.

          Die türkische Küstenwache berichtete, vor der Küste der Provinz Antalya sei ein Schnellboot mit Flüchtlingen gesunken. Fünf Menschen an Bord seien von der Küstenwache beziehungsweise von einem Fischerboot gerettet worden. Zur Nationalität der Betroffenen machte die Küstenwache keine Angaben. Die EU-Kommission hatte kürzlich mitgeteilt, dass die Zahl der Migranten, die über die Türkei illegal in die EU kommen, in den ersten Monaten des Jahres wieder deutlich angestiegen sei.

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