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Autobombe gezündet : Zahlreiche Tote bei Angriff auf Polizeiquartier in Afghanistan

  • Aktualisiert am

Schwarzer Rauch über Kandahar: Am Donnerstagnachmittag zündete die radikalislamische Taliban eine Autobombe vor dem Polizeihauptquartier. Bild: EPA

Trotz laufender Gespräche zur Einigung im Afghanistan-Konflikt dauern die Kämpfe an. Die radikalislamischen Taliban greifen ein Polizeihauptquartier mit einer Autobombe an.

          Bei einem Angriff auf das Polizeihauptquartier der südafghanischen Provinzhauptstadt Kandahar sind mindestens 16 Menschen getötet worden. Zudem gebe es mindestens 83 Verletzte, sagte Bahir Ahmadi, ein Sprecher des Provinzgouverneurs, am Donnerstag. Unter den Toten seien zwei Polizisten und vier Angreifer. Zu dem Überfall bekannten sich die radikalislamischen Taliban.

          Laut Ahmadi hatte am späten Donnerstagnachmittag erst ein Selbstmordattentäter eine Autobombe vor einem der Eingänge des Polizeihauptquartiers gezündet. Mehrere Bewaffnete seien kurz darauf in das hochgesicherte Gebäude vorgedrungen. Später habe es zwei weitere Explosionen gegeben. Allerdings sei nicht klar, ob eventuell Angreifer Sprengstoffwesten zündeten oder Granaten eingesetzt worden seien, sagte Ahmadi.

          Bilder und Videos in sozialen Medien zeigten meterhohe Flammen, eine große Rauchwolke und zerstörte Fensterscheiben. Einem Beamten zufolge, dessen Büro neben dem Polizeihauptquartier ist, haben mehrere Autos seiner Behörde nach der Explosion Feuer gefangen.

          In einer über Whatsapp verbreiteten Nachricht reklamierten die Taliban den Anschlag für sich. Nach dem Zünden einer Autobombe seien mehrere Angreifer mit Sprengstoffwesten und anderen Waffen in das Polizeihauptquartier eingedrungen, hieß es in der Nachricht.

          Ungeachtet laufender Gespräche über eine politische Lösung des langwierigen Konflikts in Afghanistan dauern die Kämpfe an. Taliban-Kämpfer greifen täglich Kontrollposten, Stützpunkte oder Konvois der Sicherheitskräfte an. Gleichzeitig führen afghanische Streitkräfte mit US-Unterstützung Nachtoperationen und Luftschläge durch.

          Die Konfliktparteien glauben, durch erhöhten militärischen Druck die eigene Verhandlungsposition zu stärken. Die Denkfabrik International Crisis Group warnte kürzlich in einer Analyse, die eskalierende Gewalt könne zu einer Verhärtung der Positionen führen. Nach Anschlägen in den vergangenen Wochen hatten Afghanen in sozialen Medien auch dazu aufgerufen, die Gespräche auszusetzen.

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