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Irak : Mindestens 13 Tote bei Selbstmordanschlag in Bagdad

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Nach den IS-Anschlägen vom Wochenende sprengte sich in der irakischen Hauptstadt abermals ein Attentäter in die Luft. Bisher bezichtigte sich aber niemand des Angriffs. Kurz zuvor war der französische Präsident Hollande in der Stadt eingetroffen.

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          Bei einem Anschlag in der irakischen Hauptstadt Bagdad hat ein Selbstmordattentäter mindestens zwölf Menschen mit in den Tod gerissen. Andere Quellen sprechen von über 30 Toten. Der Angreifer sprengte sich in dem vor allem von Schiiten bewohnten Viertel Sadr City im Osten Bagdads mit einem Fahrzeug in die Luft, wie Augenzeugen am Montag berichteten. Dutzende Menschen seien bei dem Anschlag am Montag verletzt worden, teilten Polizeikräfte und Krankenhausmitarbeiter mit. Bilder vom Tatort zeigten unter anderem einen ausgebrannten Bus. Bei vielen Opfern handelt es sich um Tagelöhner, die an einer Kreuzung auf Arbeit warteten. Das Viertel im Nordosten der Hauptstadt ist immer wieder Ziel von Anschlägen.

          Zunächst bezichtigte sich niemand, den Anschlag verübt zu haben. Die sunnitische Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hat in der Vergangenheit aber die Verantwortung für unzählige Attentate im Irak übernommen. Diese richteten sich vor allem gegen die Mehrheit der Schiiten im Land. Erst am Wochenende hatte der IS Angriffe mit mehr als 30 Toten verübt, darunter einen Anschlag zweier Selbstmordattentäter auf einen belebten Markt im Zentrum von Bagdad. Dabei gab es am Samstag mindestens 27 Todesopfer.

          Der Autobombenanschlag ereignete sich am Montag kurz nach der Ankunft des französische Staatspräsidenten François Hollande in der irakischen Hauptstadt. Hollande war am Morgen in Bagdad eingetroffen und hatte zunächst die dort stationierten französischen Soldaten besucht. In seiner Ansprache sagte er, den Terror „hier im Irak zu bekämpfen, bedeutet auch, Terrorattacken auf unserem eigenen Boden zu verhindern“. Frankreich unterstützt im Irak den Kampf gegen die Terrormiliz IS.

          Auf Hollandes Programm stehen Treffen mit dem irakischen Regierungschef Haidar al Abadi und dem Präsident Fuad Massum, wie die irakische Regierung mitteilte. Frankreichs Militär unterstützt die irakische Armee mit Ausbildern, Beratern und Artillerie im Kampf gegen den IS. Zudem fliegt die französische Luftwaffe Angriffe auf IS-Stellungen im Irak und in Syrien. Frankreich war in den vergangenen Jahren das Ziel mehrerer schwerer islamistischer Anschläge, teilweise im Namen des IS oder von diesem gesteuert.

          Der IS steht unter Druck, weil die irakische Armee mit internationaler Hilfe versucht, die Hochburg Mossul einzunehmen. Dort leisten die Dschihadisten erbitterten Widerstand. Eine Niederlage in Mossul könnte das Ende des dort 2014 vom IS ausgerufenen Kalifats bedeuten. Allerdings dürfte der IS weiter in der Lage sein, Anschläge in der Region und im Westen zu begehen. Am Montag bekannte sich die Gruppe zu einem Anschlag auf einen Istanbuler Nachtklub, bei dem mindestens 39 Menschen getötet wurden.

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