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Nahe der IS-Stadt Al-Bab : Mindestens 10 türkische Soldaten sterben in Syrien

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Syrische Rebellen, die von der Türkei unterstützt werden, während ihrem Vormarsch auf die Stadt Al-Bab, die vom IS gehalten wird. Bild: Reuters

In Nordsyrien sind mindestens 10 türkische Soldaten ums Leben gekommen, viele weitere wurden verletzt. Derweil kommt die Evakuierung der Rebellengebiete in Aleppo wieder in Gang.

          Bei schweren Gefechten und drei Autobombenanschlägen in Nordsyrien sind mindestens zehn türkische Soldaten getötet worden. Die türkische Nachrichtenagentur DHA meldete unter Berufung auf das Militär, 18 weitere Soldaten seien bei den Kämpfen nahe der von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gehaltenen Stadt Al-Bab verwundet worden. Sechs davon hätte schwere Verletzungen erlitten. Die türkische Armee sprach sogar von 14 toten und 33 verletzten Soldaten. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, 138 IS-Terroristen seien „neutralisiert“ worden. Das bedeutet, dass sie getötet, verletzt oder gefangen genommen wurden. Die türkische Luftwaffe habe in der Region 67 IS-Stellungen angegriffen.

          Anadolu berichtete zudem, mit Unterstützung von Rebellen und Luftangriffen sei es gelungen, die Straße zwischen Al-Bab und Aleppo unter Kontrolle zu bringen. Die Türkei hatte im August eine Bodenoffensive in Syrien begonnen, mit der sie Rebellen unterstützt. Seitdem haben die Verbündeten im Zuge der Operation „Schutzschild Euphrat“ den IS bereits von der türkisch-syrischen Grenze verdrängt.

          Der Mittwoch war der Tag mit der höchsten Opferzahl auf türkischer Seite seit August. Das nächste Ziel ist nach türkischen Regierungsangaben, Al-Bab einzunehmen. Bislang wird die Stadt vom IS beherrscht. Die Türkei führt seit Ende August zusammen mit syrischen Rebellen eine Offensive gegen den IS in Nordsyrien. Die von Ankara unterstützten Kämpfer eroberten seitdem Dscharablus, Al Rai und vor allem Dabik vom IS zurück. Der Kampf um die strategisch wichtige Stadt Al Bab dauert seit Wochen an. Die Türkei bekämpft in Nordsyrien zugleich die Kurdenmiliz YPG, die eng mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK verbunden ist.

          Evakuierung Ost-Aleppos wieder angelaufen

          Die Evakuierung der Rebellenenklave in Aleppo ist derweil am Mittwoch wieder in Gang gekommen. Sie war nach Angaben örtlicher Journalisten und Medienaktivisten am Dienstagabend für fast einen Tag lang unterbrochen worden. Das syrische Regime und die Aufständischen gaben sich gegenseitig die Schuld. Am Mittwochnachmittag meldeten sowohl das syrische Staatsfernsehen als auch die Assad-Gegner, dass die Transporte wiederaufgenommen worden seien.

          „Die Busse verlassen jetzt Ostaleppo“, bestätigte ein Vertreter der Vereinten Nationen (UN) am Mittwoch. Die Menschen hätten viele Stunden frierend und ohne etwas zu essen oder zu trinken in den Fahrzeugen ausharren müssen, ehe sie in Sicherheit gebracht wurden, meldeten Journalisten.

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