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Funktionäre wollen Sicherheit : Millionenfache Corona-Tests in Chinas Städten

Pendler in einem Bus zur Hauptverkehrszeit in Peking Bild: AP

Aus Sicht von Chinas oberstem Epidemiologen sind millionenfache Corona-Tests Verschwendung. Aber die Funktionäre in den Städten und Kommunen hören nicht auf ihn: Sie wollen hundertprozentige Sicherheit.

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          Chinas oberster Epidemiologe hatte sich gerade erst gegen millionenfache Corona-Tests ausgesprochen, da rief die nächste Stadt ihre Bürger dazu auf, vollständig zum Testen anzutreten. Diesmal war es Kashgar, die frühere Oasenstadt im Süden von Xinjiang. Am Samstag war dort zunächst ein einzelner Infektionsfall bekannt geworden, woraus dann durch die Nachverfolgung der Kontakte über Nacht 138 wurden. In einer dreitägigen Massenaktion wurden bis zum heutigen Dienstag bei allen 4,7 Millionen Einwohnern Kashgars Rachen- oder Nasenabstriche gemacht. Dafür wurden mehr als 14.000 Tester eingesetzt, viele davon wurden aus anderen Landesteilen nach Kashgar entsandt.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          „Overkill“ nennt Wu Zunyou von der nationalen Seuchenschutzbehörde ein solches Vorgehen, das in den vergangenen Monaten fast jede chinesische Stadt praktiziert hat, in der neue Corona-Fälle entdeckt wurden. Um finanzielle und personelle Ressourcen zu sparen, sei es sinnvoller, sich auf die Quelle des Ausbruchs und deren Umgebung zu konzentrieren, sagte der oberste chinesische Epidemiologe der chinesischen Ausgabe der Zeitschrift „Newsweek“. „Es ist nicht notwendig, die Tests auf die ganze Stadt auszuweiten.“

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