https://www.faz.net/-gpf-9e1ty

Online-Händler JD.com : Chinesischer Milliardär unter Verdacht

Liu Qiangdong, Vorstandsvorsitzender von Chinas zweitgrößtem Online-Händler JD.com, verbrachte eine Nacht lang in einer Zelle im amerikanischen Bundesstaat Minnesota. Bild: Reuters

Der chinesische Internet-Magnat Richard Liu wird in Amerika einer Vergewaltigung beschuldigt. Das treibt die Aktie seines Unternehmens JD.com in den Keller.

          1 Min.

          Chinas zweitgrößter Online-Händler JD.com befindet sich im Ausnahmezustand, seit der Vorstandsvorsitzende Liu Qiangdong, auch bekannt als Richard Liu, vergangenen Freitag in Minneapolis wegen eines mutmaßlichen Sexualdelikts vorübergehend festgenommen wurde. Eine Nacht lang hatte der 45 Jahre alte Milliardär in einer Zelle im amerikanischen Bundesstaat Minnesota verbracht.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Nun wurden neue Details in dem Fall bekannt: Die Polizei von Minneapolis teilte mit, die Festnahme sei aufgrund des Vorwurfs einer Vergewaltigung erfolgt. Die Ermittlungen stünden aber noch am Anfang. Die im Nasdaq gelistete Aktie des Unternehmens fiel um sechs Prozent auf den niedrigsten Wert seit 19 Monaten.  

          Liu war in Minneapolis gewesen, um im Rahmen eines Doktoranden-Programms in Betriebswirtschaft an einem Kurs der dortigen Universität teilzunehmen. JD.com sprach von einer Dienstreise. Am Montag war er nach China zurückgekehrt. Nach Angaben seines Anwalts war er ohne die Zahlung einer Kaution auf freien Fuß gesetzt worden.

          JD.com-Aktie

          JD.COM SP.ADR A1 DL-00002

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          JD.com veröffentlichte am Dienstag Fotos, die ihn lächelnd mit einem Geschäftspartner zeigten. Das Unternehmen beteuert seine Unschuld. Der JD.com-Gründer selbst hat sich noch nicht öffentlich geäußert.

          Die Vorwürfe gegen Liu sind seit Tagen ein Top-Thema in Chinas Online-Öffentlichkeit. Der Internet-Tycoon und seine Frau Zhang Zetian gehören zu den prominentesten Gesichtern der chinesischen Geschäftswelt. Zudem hat sich in dem Land, gedrosselt durch Zensur und Einschüchterung durch die Behörden, eine Me-too-Debatte nach amerikanischem Vorbild entwickelt.

          Der Name des JD.com-Gründers war 2015 schon einmal in Gerichtsakten in einem Sexualfall aufgetaucht. Damals war ein Gast einer von Liu in seinem Haus in Sydney veranstalteten Party wegen eines sexuellen Übergriffs verurteilt worden. Vorwürfe gegen Richard Liu gab es damals aber nicht.

          Weitere Themen

          Armbändchen

          Fraktur : Armbändchen

          Armbändchen, selbst bei Konservativen, sind Distinktionsmerkmal: Ich bin einer von Euch, von wem auch immer. Aber was ist mit der Surferkette von Kramp-Karrenbauer?

          Kramp-Karrenbauer stellt Machtfrage Video-Seite öffnen

          Tritt sie zurück? : Kramp-Karrenbauer stellt Machtfrage

          Zum Auftakt des CDU-Parteitages in Leipzig hielt die Vorsitzende eine kämpferische Rede. Von einer Spaltung der Partei, gar von einer Revolution, will sie nichts wissen.

          Gericht hebt Kundgebungsverbot auf

          Eilantrag der NPD : Gericht hebt Kundgebungsverbot auf

          Das Verwaltungsgericht Hannover hat das polizeiliche Verbot der NPD-Demonstration gegen kritische Journalisten gekippt. Es sei keine unmittelbare Gefährdung der Pressefreiheit erkennbar, hieß es zur Begründung.

          Topmeldungen

          CDU-Parteitag : Revolte abgesagt

          Annegret Kramp-Karrenbauer hält auf dem CDU-Parteitag keine Verteidigungsrede gegen ihre Kritiker, sie geht in die Offensive und stellt die Machtfrage. Und Friedrich Merz betont, die CDU sei „loyal zu unseren Vorsitzenden“.
          Guter Auftritt: Christine Lagarde während des European Banking Congress in der Frankfurter Alten Oper.

          Neue EZB-Präsidentin : Guter Start für Lagarde

          Nach acht Jahren Mario Draghi hat kürzlich Christine Lagarde die Führung in der Europäischen Zentralbank übernommen. Noch ist nicht klar, welchen Kurs sie inhaltlich verfolgen wird. Im Stil hat sie allerdings schon erste Zeichen gesetzt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.