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Südchinesisches Meer : Philippinisches Militärschiff durchbricht chinesische Seeblockade

  • Aktualisiert am

Zeichen des Triumphes: Philippinische Marinesoldaten gestikulieren in Richtung der chinesischen Küstenwache. Bild: REUTERS

Im Südchinesischen Meer ist es zu einem Zwischenfall gekommen: Ein philippinisches Schiff durchbrach eine chinesische Seeblockade. Offenbar sollten Truppen vor Ort versorgt werden - so will Manila den Gebietsanspruch demonstrieren.

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          Im Streit um zwei Inselgruppen im Südchinesischen Meer hat die philippinische Marine China düpiert: Ein Schiff mit Soldaten und Vorräten an Bord durchbrach am Samstag die Blockade der chinesischen Küstenwache und nahm Kurs auf eine von beiden Ländern beanspruchte Inselgruppe. Die Konfrontation dauerte etwa zwei Stunden. Später vermeldete die philippinische Armee, dass die Vorräte auf der Insel erfolgreich aufgestockt und die Soldaten durch Truppenkollegen abgelöst worden seien.

          Die Spratly-Inseln werden seit 1999 vom philippinischen Militär verteidigt. Wie die „New York Times“ berichtet, liegt auf einem Riff der Inselgruppe das philippinische Schiff „Sierra Madre“, mit dem Manila seinen Gebietsanspruch unterstreichen will. Die Soldaten an Bord sollten nun offenbar versorgt werden, China versucht dies mit einer Seeblockade zu verhindern.

          Schon in den Tagen zuvor war es zunehmend zu Spannungen zwischen den Anrainerstaaten des Südchinesischen Meeres während der Suche nach dem verschwundenen Flugzeug MH370 gekommen, nachdem unmittelbar nach dem Verschwinden des Flugzeuges noch die gemeinsame Kooperation im Vordergrund gestanden hatte.

          Zwar sind viele der beteiligten Nationen untereinander wirtschaftlich eng verflochten. Für viele von ihnen ist China sogar der wichtigste Handelspartner. Gleichzeitig sorgen Chinas militärische Aufrüstung, der Aufbau einer Hochseemarine mit großer Reichweite und die zunehmend rücksichtslose Verfolgung nationaler Interessen für Argwohn.

          Das Südchinesische Meer
          Das Südchinesische Meer : Bild: F.A.Z.

          China beansprucht praktisch das gesamte Gebiet des Südchinesischen Meeres, in dem große Öl- und Gasvorkommen vermutet werden. Peking liegt daher im Konflikt mit den Asean-Staaten Philippinen, Vietnam, Brunei und Malaysia sowie mit Taiwan. Der Streit hatte bereits 1974 und 1988 zu Gefechten zwischen China und Vietnam geführt.  Die Asean-Staaten werfen Peking vor, zunehmend aggressiv aufzutreten.

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