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Militäreinsatz in Nordsyrien : Amerika ruft Türkei zur Zurückhaltung auf

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Die „Operation Olivenzweig“ läuft seit dem Wochenende. Bild: AFP

Seit Samstag rollen türkische Panzer durch Nordsyrien, um gegen die Kurden-Miliz vorzugehen. Erdogans Militäroffensive ist umstritten. Jetzt wendet sich Washington direkt an Ankara.

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          Die amerikanische Regierung hat an die Türkei appelliert, bei der Militäroffensive im Norden Syriens Zurückhaltung zu üben. Alle Seiten müssten sich darauf konzentrieren, den Islamischen Staat (IS) zu besiegen und den Konflikt in Syrien zu lösen, sagte die Sprecherin von Präsident Donald Trump, Sarah Sanders, am Montag. „Wir fordern die Türkei auf, bei ihren militärischen Aktionen und in ihrer Rhetorik Zurückhaltung zu üben, sicherzustellen, dass die Operationen in Umfang und Dauer begrenzt sind, die Fortsetzung humanitärer Hilfe zu gewährleisten und zivile Opfer zu vermeiden“, erklärte Sanders.

          Washington nehme die „berechtigten Sicherheitsbedenken“ Ankaras ernst und sei entschlossen, mit der Türkei als Nato-Verbündetem zusammenzuarbeiten. „Die zunehmende Gewalt in Afrin zerreißt ein relativ stabiles Gebiet in Syrien. Sie lenkt von den internationalen Bemühungen ab, die dauerhafte Niederlage des IS zu gewährleisten“, fügte Sanders hinzu. Sie könne zudem die humanitäre Krise verschärfen.

          Die Türkei hatte am Wochenende eine groß angelegte Offensive gegen kurdische Truppen im Nordwesten Syriens begonnen. Sie will die von den USA unterstützte YPG aus dem Gebiet verdrängen sowie eine 30 Kilometer breite sogenannte Sicherheitszone in Afrin errichten. Die türkische Regierung sieht die Kurdenmiliz als syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, die sie im eigenen Land bekämpft. Von ihrer starken Präsenz an der türkischen Grenze fühlt sich Ankara bedroht, weil es fürchtet, sie könnte die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden im eigenen Land anfachen.

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