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Präsident Al-Baschir abgesetzt : Militär übernimmt offenbar Macht in Sudan

  • Aktualisiert am

Jubel auf den Straßen von Khartum: Die Ära Omar al-Baschirs im Sudan geht offenbar zu Ende. Bild: Reuters

Seit 30 Jahren ist Al-Baschir in Sudan an der Macht – jetzt geht diese Ära offenbar zu Ende: Die Streitkräfte hätten die Macht übernommen, verkündete der Verteidigungsminister. Sudan soll demnach vorerst von einem Militärrat regiert werden.

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          Das Militär in Sudan hat nach Angaben des Verteidigungsministers Awad Ibn Auf die Macht in dem Land übernommen. Es werde eine von den Streitkräften geführte zweijährige Übergangsphase geben, nach der eine Wahl stattfinden soll, teilte Ibn Auf, der auch Vizepräsident ist, am Donnerstag in einer Fernsehansprache mit. Er verkündete zudem einen Ausnahmezustand für drei Monate. Die Grenzen und der Luftraum des ostafrikanischen Landes bleiben demnach bis auf Weiteres geschlossen; für das ganze Land, einschließlich der Krisenregion Darfur, gilt ab sofort eine Waffenruhe.

          Langzeitmachthaber Omar al-Baschir sei festgenommen worden und an einem sicheren Ort. „Die Menschen in Sudan haben so viel unter dem Regime gelitten“, sagte Ibn Auf. Das Regime habe stets gelogen und falsche Versprechungen gemacht. Seit Monaten demonstrieren Zehntausende gegen den autoritären Staatschef Al-Baschir, der das Land im Nordosten Afrikas seit drei Jahrzehnten mit harter Hand regiert. Aus Regierungskreisen war bereits zuvor verlautet, dass die Armee den seit 30 Jahren autokratisch regierenden Baschir zum Rücktritt gezwungen habe.

          Ausgelöst wurden die Demonstrationen durch die schwere Wirtschaftskrise. Doch die Proteste richteten sich zunehmend gegen den 75 Jahre alten Präsidenten selbst. Die Proteste spitzten sich seit dem Wochenende zu, Tausende Menschen versammelten sich täglich zu einer Sitzblockade vor der Zentrale der Streitkräfte, die auch gleichzeitig die Residenz von Al-Baschir ist.

          Auswärtiges Amt warnt vor Reisen in den Sudan

          Sicherheitskräfte gingen teilweise mit scharfer Munition vor und töteten einem Ärzteverband zufolge mindestens 21 Menschen. Dabei stellten sich Angaben aus Khartum zufolge auch Teile der Streitkräfte auf die Seite der Demonstranten und lieferten sich Schusswechsel mit Sicherheitskräften.

          Das Auswärtige Amt rät nach dem Militärputsch von nicht dringend nötigen Reisen in das Land im Nordosten Afrikas ab. Es komme im Sudan weiter zu Demonstrationen und auch „gewalttätige Ausschreitungen insbesondere in der Hauptstadt Khartum können dabei nicht ausgeschlossen werden“, erklärte das Auswärtige Amt am Donnerstag. „Die weitere Entwicklung der Lage ist unklar.“ Reisende vor Ort sollten möglichst in sicheren Unterkünften verbleiben und die weitere Entwicklung verfolgen, hieß es weiter.

          Auch die amerikanische Botschaft in Khartum mahnte zur Vorsicht: „Die Intensität der Demonstrationen könnte schnell eskalieren“, hieß es in einer Stellungnahme. Die Botschaft bleibe am Donnerstag geschlossen, alle Angestellten sollten sich ab 19.00 Uhr an einem sicheren Ort aufhalten, hieß es.

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