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Pompeo in Berlin : „Freiheit ist niemals garantiert“

„Das Gespenst des Autoritarismus ist nie geschwunden, es greift wieder um sich“: Mike Pompeo in Berlin Bild: EPA

Zum 30. Jahrestag des Mauerfalls ruft der amerikanische Außenminister Deutschland zum gemeinsamen Kampf für die Freiheit auf. Ob auch er die Nato für „hirntot“ hält wie der französische Präsident, beantwortet er indes nicht.

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          Der amerikanische Außenminister Mike Pompeo hat von Deutschland größeres Engagement für die Sicherheit in der Welt gefordert. „Wir müssen anerkennen, dass Freiheit niemals garantiert ist", sagte er am Freitag in einer Rede vor der Körber-Stiftung in Berlin. „Das Gespenst des Autoritarismus ist nie geschwunden, es greift wieder um sich.“ Er fügte hinzu: „Wenn Sie nicht führen, wenn Amerika nicht führt, wer macht es dann?" Die Frage sei: „Stehen wir in Einheit zusammen, stehen wir als Verbündete, als Freunde zusammen?“

          Helene Bubrowski

          Politische Korrespondentin in Berlin.

          Auf die Frage, ob die Nato „hirntot“ oder „obsolet“ sei – den ersten Ausdruck hatte der französische Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag gewählt, den anderen der amerikanische Präsident Donald Trump – antwortete Pompeo ausweichend: „So viele gute Antworten, so viele Kameras“. „Ich bin für die Nato“, sagte er. Das Verteidigungsbündnis müsse „wachsen und sich entwickeln“, damit es weiter wertvoll für die Völker sei. „Unsere Versprechen, die wir einander gegeben haben, werden nie überholt und obsolet sein, aber wir müssen uns den Herausforderungen stellen.“

          Am Tag zuvor, in einer Pressekonferenz mit Außenminister Heiko Maas, hatte Pompeo ausdrücklich die Ankündigung von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) gelobt, dass Deutschland seine Verteidigungsausgaben erhöhen wolle und das Zwei-Prozent-Ziel der Nato bis spätestens 2031 erfüllen werde.

          Pompeo sagte, die Amerikaner hätten sich nicht aus Nordsyrien zurückgezogen. Das sei eine falsche Bezeichnung. „Wir führen eine Mission aus“, sagte er. Da seien noch viele amerikanische Männer und Frauen, die ihr Leben riskierten. „Ist das wichtig? Ja, jedes Land muss seinem eigenen Land erklären, warum das wichtig ist.“ Damit war auch Deutschland gemeint. „Wir haben den Kurden umfangreiche Ressourcen zur Verfügung gestellt, mehr als andere“, sagte Pompeo. „Wir sind stolz, dass wir das islamische Kalifat aus der Welt schaffen konnten.“

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