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Streit um „Adrian Darya 1“ : Pompeo kritisiert Freigabe von iranischem Tanker

  • Aktualisiert am

Der iranische Öltanker „Grace 1“ wurde inzwischen in „Adrian Darya-1“ umbenannt. Bild: Reuters

Der Öltanker steuert von Gibraltar aus offenbar die griechische Hafenstadt Kalamata an. Eine offizielle Anfrage zum Anlegen liegt dem Schifffahrtsminister in Athen noch nicht vor. Doch das amerikanische Außenministerium schickte bereits eine Mahnung an Griechenland.

          Der amerikanische Außenminister Mike Pompeo kritisiert die Freigabe des iranischen Öltankers, der vor Gibraltar festgesetzt war. Der Schritt sei „unglücklich“ gewesen, sagte Pompeo am Montag dem Sender Fox News. Die durch den Verkauf des Öls erzielten Gewinne würden an die iranischen Eliteeinheiten zurückfließen, „die Terror und Zerstörung gesät und Amerikaner in der ganzen Welt getötet haben“. Durch das Öl würden sie mehr Geld haben, um ihre Terrorkampagne fortzusetzen, auch ihre Mordkampagne in Europa. „Das ist es, was wir versuchen, zu stoppen.“

          Der von Großbritannien freigegebene Öltanker setzte derweil seine Reise durch das Mittelmeer fort. Nach der Abfahrt vor Gibraltar steuerte er in Richtung der Hafenstadt Kalamata in Griechenland. Ein Vertreter des amerikanischen Außenministeriums teilte mit, dass man der Regierung in Athen eine „deutliche Position“ vermittelt habe, den Tanker nicht zu unterstützen.

          Der Tanker habe noch keine offizielle Anfrage gestellt, um in Kalamata anlegen zu dürfen, sagte der griechische Schifffahrtsminister Ioannis Plakiotakis am Dienstagmorgen dem griechischen Fernsehsender Skai. Die Behörden verfolgten den Kurs des Schiffes genau; das Schifffahrtsministerium sei im ständigen Kontakt mit dem Außenministerium, sagte Plakiotakis.

          Die Vereinigten Staaten sehen Verbindungen zwischen dem Tanker und den iranischen Revolutionsgarden, die von der Regierung in Washington als Terrororganisation eingestuft werden.

          Die Regierung der britischen Exklave Gibraltar hatte die Festsetzung vergangene Woche aufgehoben. Ihrer Auskunft zufolge hatte Iran zuvor zugesichert, dass der Tanker das Öl nicht in Syrien entladen werde. Daraufhin kam es zu einem Gesuch der Vereinigten Staaten, das Schiff und seine Ladung zu beschlagnahmen. Gibraltar lehnte dies jedoch ab mit der Begründung, an EU-Recht gebunden zu sein.

          Der Tanker wurde inzwischen von „Grace 1“ in „Adrian Darya 1“ umbenannt und fährt nun unter iranischer Flagge. Er war am 4. Juli vor der Küste Gibraltars von der britischen Marine gestoppt worden. Grund war der Verdacht, dass er unter Verstoß gegen EU-Sanktionen Öl nach Syrien schmuggeln sollte. Iran bestreitet den Vorwurf.

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