https://www.faz.net/-gpf-9q9ng

Streit um „Adrian Darya 1“ : Pompeo kritisiert Freigabe von iranischem Tanker

  • Aktualisiert am

Der iranische Öltanker „Grace 1“ wurde inzwischen in „Adrian Darya-1“ umbenannt. Bild: Reuters

Der Öltanker steuert von Gibraltar aus offenbar die griechische Hafenstadt Kalamata an. Eine offizielle Anfrage zum Anlegen liegt dem Schifffahrtsminister in Athen noch nicht vor. Doch das amerikanische Außenministerium schickte bereits eine Mahnung an Griechenland.

          1 Min.

          Der amerikanische Außenminister Mike Pompeo kritisiert die Freigabe des iranischen Öltankers, der vor Gibraltar festgesetzt war. Der Schritt sei „unglücklich“ gewesen, sagte Pompeo am Montag dem Sender Fox News. Die durch den Verkauf des Öls erzielten Gewinne würden an die iranischen Eliteeinheiten zurückfließen, „die Terror und Zerstörung gesät und Amerikaner in der ganzen Welt getötet haben“. Durch das Öl würden sie mehr Geld haben, um ihre Terrorkampagne fortzusetzen, auch ihre Mordkampagne in Europa. „Das ist es, was wir versuchen, zu stoppen.“

          Der von Großbritannien freigegebene Öltanker setzte derweil seine Reise durch das Mittelmeer fort. Nach der Abfahrt vor Gibraltar steuerte er in Richtung der Hafenstadt Kalamata in Griechenland. Ein Vertreter des amerikanischen Außenministeriums teilte mit, dass man der Regierung in Athen eine „deutliche Position“ vermittelt habe, den Tanker nicht zu unterstützen.

          Der Tanker habe noch keine offizielle Anfrage gestellt, um in Kalamata anlegen zu dürfen, sagte der griechische Schifffahrtsminister Ioannis Plakiotakis am Dienstagmorgen dem griechischen Fernsehsender Skai. Die Behörden verfolgten den Kurs des Schiffes genau; das Schifffahrtsministerium sei im ständigen Kontakt mit dem Außenministerium, sagte Plakiotakis.

          Die Vereinigten Staaten sehen Verbindungen zwischen dem Tanker und den iranischen Revolutionsgarden, die von der Regierung in Washington als Terrororganisation eingestuft werden.

          Die Regierung der britischen Exklave Gibraltar hatte die Festsetzung vergangene Woche aufgehoben. Ihrer Auskunft zufolge hatte Iran zuvor zugesichert, dass der Tanker das Öl nicht in Syrien entladen werde. Daraufhin kam es zu einem Gesuch der Vereinigten Staaten, das Schiff und seine Ladung zu beschlagnahmen. Gibraltar lehnte dies jedoch ab mit der Begründung, an EU-Recht gebunden zu sein.

          Der Tanker wurde inzwischen von „Grace 1“ in „Adrian Darya 1“ umbenannt und fährt nun unter iranischer Flagge. Er war am 4. Juli vor der Küste Gibraltars von der britischen Marine gestoppt worden. Grund war der Verdacht, dass er unter Verstoß gegen EU-Sanktionen Öl nach Syrien schmuggeln sollte. Iran bestreitet den Vorwurf.

          Weitere Themen

          Regierungspartei gewinnt Parlamentswahl Video-Seite öffnen

          Polen : Regierungspartei gewinnt Parlamentswahl

          In Polen zeichnet sich ein klarer Wahlsieg der regierenden national-konservativen Partei PiS ab. PiS-Parteichef Kaczynski erklärte seine Partei umgehend zum Wahlsieger.

          SPD in voller Fahrt, Union auf der Bremse

          Bilanz der großen Koalition : SPD in voller Fahrt, Union auf der Bremse

          Von der Halbzeitbilanz der großen Koalition könnte ihre Zukunft abhängen, denn einige Sozialdemokraten wollen raus aus der Regierung. Dabei fällt die Analyse gerade für die SPD ziemlich gut aus – besser jedenfalls als für die Union.

          Topmeldungen

          In Offenbach wird gebaut – aber wie teuer wird die Grundsteuer?

          Bundestag stimmt am Freitag ab : Protokollnotiz soll die Grundsteuer retten

          Die Bundesregierung steht unter Druck: Ohne Einigung in Sachen Grundsteuer müssen die Kommunen auf mehr als 14 Milliarden Euro im Jahr verzichten. Viel spricht dafür, dass FDP und Grüne die geplante Reform ermöglichen werden.
          Gergely Karacsony am Sonntag nach seinem Wahlsieg in Budapest

          Kommunalwahlen in Ungarn : Die Hauptstadt wendet sich gegen Orbán

          Die Fidesz-Partei des Ministerpräsidenten erleidet empfindliche Niederlagen in Budapest und anderen wichtigen Städten. Das hat mit Skandalen und Korruptionsvorwürfen zu tun, aber auch mit einer Kooperationsstrategie der Opposition von links bis ganz rechts.
          Der amtierende indische Ministerpräsident Narendra Modi

          Hohe Verschuldung : Weltbank warnt vor indischer Krise

          Die Lage der Banken wird prekärer. Von faulen Krediten im Volumen von rund 150 Milliarden Dollar ist die Rede. Nun schlagen die Probleme aus dem Finanzsektor auf die Binnenwirtschaft durch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.