https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/migrationskrise-in-litauen-spitzt-sich-zu-17466309.html

Migrationskrise in Litauen : Das Problem bleibt die Verteilung innerhalb der EU

Signalisiert Unterstützung: EU-Kommissarin Ylva Johansson am Montag in Vilnius Bild: EPA

Litauen bereitet sich auf das „schlimmste Szenario“ vor: Die Zahl der über Belarus illegal ins Land gekommenen Migranten könnte auf 40.000 steigen. Brüssel will helfen. Aber will jemand Litauen die Migranten abnehmen?

          3 Min.

          Die Migrationskrise im EU-Land Litauen spitzt sich weiter zu. Am Sonntag und in der Nacht zum Montag sind nach einem Bericht des Portals delfi.lt 396 weitere Migranten über Belarus in das Land gekommen, das knapp drei Millionen Einwohner zählt. Im Juli waren insgesamt mehr als 3000 Menschen auf diese Weise illegal eingereist. Gut die Hälfte sind Iraker, die andere Hälfte kommt nach Angaben des litauischen Grenzschutzes aus 39 anderen Ländern Afrikas und Asiens. Die meisten haben offenbar in Belarus ihre Dokumente weggeworfen und bitten danach in Litauen um Asyl.

          Gerhard Gnauck
          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Litauens Grenzschutz hat angekündigt, bis zu 10.000 Wohncontainer zur Unterbringung dieser Menschen zu beschaffen, und in einem denkbaren „schlimmsten Szenario“ von bald 40.000 Migranten gesprochen. Die Regierung hat den Notstand ausgerufen und die Kommunen um Unterbringungsmöglichkeiten gebeten. Die Bereitschaft, solche zu stellen, scheint gering zu sein; aus der örtlichen Bevölkerung gab es bereits Proteste. So kampieren die meisten Migranten in Zeltdörfern, manche anfangs auch direkt auf dem Gelände der Einheiten des Grenzschutzes.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Läuft nicht nach Plan: Die russische Mobilisierungskampagne für die Invasion in der Ukraine (hier ein Plakat in St. Petersburg)

          Nach ukrainischem Vorrücken : Moskau sucht Schuldige für Misserfolge

          Während die Ukrainer Gelände zurückgewinnen, treibt Russland sein Annexionsprogramm voran, wobei die „Grenzen“ der Gebiete unklar bleiben. Moskau will darin keinen Widerspruch sehen.
          Schule für das Leben: Ball der Waffenbrüderschaft im November 1987 in der MfS-Bezirksverwaltung Dresden

          Putin in der DDR : Eine gute Schule für das Leben

          Fünf Jahre arbeitete Wladimir Putin als KGB-Offizier in Dresden. Stasi-Unterlagen aus dieser Zeit verraten mehr über den russischen Präsidenten, als diesem lieb sein dürfte. Ein Gastbeitrag.