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Migranten in Seenot : Europas Friedhof wird größer

  • -Aktualisiert am

Afrikanische Flüchtlinge, die aus Seenot gerettet wurden, bei der Ankunft im Hafen von Los Cristianos auf Teneriffa Bild: EPA

Es ertrinken wieder viele Menschen auf dem Weg nach Spanien. Die EU muss mehr gegen diese Dauertragöde vor ihren Küsten tun.

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          Niemanden, der ein Herz hat, wird es kaltlassen, wenn Tausende auf dem Weg nach Europa ertrinken. Ob die Zahlen, die eine Hilfsorganisation jetzt für Spanien vorgelegt hat, stimmen, lässt sich nicht überprüfen, weil man nicht im Einzelnen weiß, was auf hoher See passiert.

          Aber es besteht kein Zweifel daran, dass vor allem die Überfahrten auf die Kanaren seit längerem zunehmen, und dort sind Schiffsunglücke wegen der gefährlichen See wahrscheinlicher. Das Problem beschränkt sich also nicht mehr nur aufs Mittelmeer, das Papst Franziskus kürzlich „Europas größten Friedhof“ nannte.

          Leider hat die EU bis heute keinen halbwegs tragfähigen Ansatz gefunden, um diese Dauertragödie zu beenden. Der Kleinkrieg der Südländer mit den privaten Seenotrettern geht am Kern der Sache vorbei.

          Es fehlt eine europäische Politik, die verhindert, dass die Leute sich überhaupt auf die gefährliche Reise machen. Alle diplomatischen Anstrengungen der EU und ihrer Mitgliedstaaten, nicht zuletzt Deutschlands, müssten auf eine Zusammenarbeit mit den Herkunfts- und Transitländern gerichtet werden. Und in der EU selbst müsste damit begonnen werden, die Anreize für irreguläre Einwanderung zu verringern, die in den hiesigen Asyl- und Sozialsystemen bestehen.

          Die Toten vor Europas Küsten sind auch eine Folge der politischen Uneinigkeit des Kontinents in diesen Fragen.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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