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Belarus : Polnische Grenzschützer gehen mit Tränengas gegen Migranten vor

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Polnische Soldaten errichten im September 2021 einen Stacheldrahtzaun entlang der polnisch-belarussischen Grenze. Bild: dpa

Mit Äxten und Zangen bewaffnete Flüchtlinge sollen versucht haben, den Grenzzaun zu Polen zu überwinden. Die Angaben lassen sich allerdings nicht prüfen – Journalisten und Helfer dürfen die Grenzregion derzeit nicht betreten.

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          Eine seit vielen Wochen an der polnisch-belarussischen Grenze festsitzende Gruppe von Migranten hat nach Angaben von Polens Grenzschützern versucht, die Grenzbarriere zu durchbrechen. In der Nähe des Dorfes Usnarz Gorny hätten sechs Personen Baumstämme auf den Stacheldrahtverhau gehievt, teilte die Behörde am Mittwoch auf Twitter mit und postete dazu ein Video.

          Die Flüchtlinge hätten zudem Grenzer und Soldaten mit Steinen beworfen, hieß es weiter. Einige seien mit Äxten und Zangen ausgerüstet gewesen. Die Grenzschützer hätten Tränengas eingesetzt, um die Migranten zu stoppen. 16 von ihnen seien schließlich gewaltsam auf polnisches Territorium vorgedrungen, aber wieder auf die andere Seite der Grenze zurückgedrängt worden.

          Die Regierung in Warschau beschuldigt den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, in organisierter Form Flüchtlinge aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen. Lukaschenko hatte Ende Mai angekündigt, dass Minsk Migranten nicht mehr an der Weiterreise in die EU hindern werde – als Reaktion auf verschärfte westliche Sanktionen gegen die ehemalige Sowjetrepublik.

          Das Schicksal dieser Migrantengruppe, die seit August auf der belarussischen Seite der Grenze in einem Wald bei Usnarz Gorny kampiert, hatte die polnische Öffentlichkeit stark bewegt. Die Angaben des Grenzschutzes lassen sich nicht unabhängig überprüfen, da Polen in der Grenzregion den Ausnahmezustand verhängt hat. Journalisten und Helfer dürfen nicht hinein.

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