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Von Marokko nach Spanien : Die Migranten kommen wie gerufen

Dutzende Migranten schlüpfen am 18. Mai durch einen Grenzzaun bei Ceuta. Bild: AFP

Marokko und Europa streiten über die Westsahara. Als der Unmut größer wird, stürmen Migranten auf spanischen Boden. Ein Zufall?

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          Die Nachricht von der offenen Grenze verbreitete sich in Windeseile. Die Menschen kamen zu Fuß und im Taxi aus den Orten in der Umgebung an den Grenzzaun rund um die spanische Exklave Ceuta in Marokko. Bald kamen sie auch aus Städten wie Tetuan und Tanger. Bis zu 10.000 Menschen waren es wohl, die binnen 36 Stunden herbeiströmten. Schon bei früheren Gelegenheiten reichte das Gerücht, die marokkanischen Grenzpolizisten schauten nicht so genau hin. Schon setzten sich die ersten Migranten in Richtung Ceuta in Bewegung. Tausende warten in den Bergen hinter der Küste auf die Gelegenheit, nach Europa zu kommen, das bei klarer Sicht an der Straße von Gibraltar zum Greifen nahe scheint.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Dieses Mal waren es vor allem junge Marokkaner, die sich aufmachten. Die Jüngsten sollen erst zehn Jahre alt gewesen sein. Sie stürzten sich ins Mittelmeer, um nach Ceuta zu schwimmen, oder kletterten über die Felsen am Strand. Es gibt Hinweise, dass das kein spontaner Entschluss war. „Sie haben Busse zu den Schulen in Marokko geschickt.

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