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Michelle Obamas Memoiren : „Wenn Leute mich als Ikone sehen, dann sollen sie alles von mir sehen“

  • -Aktualisiert am

Die ehemalige First Lady Michelle Obama hat allen Grund zur Freude: Ihr neues Buch „Becoming“ ist schon jetzt ein Bestseller. Bild: AP

Ihr neues Buch ist schon jetzt ein Bestseller. In einem Interview spricht die ehemalige First Lady Michelle Obama nun über ihre Ängste nach dem Wahlsieg ihres Mannes und erklärt, wieso sie ihre Fehlgeburt thematisiert.

          Noch vor der Veröffentlichung brach sie Rekorde: Michelle Obama landete mit ihren persönliche Memoiren „Becoming: Meine Geschichte“ bereits vor dem offiziellen Verkaufsstart am 13. November auf Platz Eins der Bestseller-Liste von Amazon. Auch nach dem Ende ihrer Zeit als First Lady im Weißen Haus erfährt Michelle Obama weiter riesigen Zuspruch. Für viele Demokraten ist die Ehefrau des ehemaligen Präsidenten Barack Obama zumal eine Wunschkandidatin für das höchste amerikanische Regierungsamt. Doch Michelle Obama denkt gar nicht daran: „Ich interessiere mich nicht für Politik und würde niemals selber antreten“, sagt sie nun abermals in einem Interview in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift „Stern“.

          In dem Gespräch betont Obama, dass sie sich bewusst von dem Image der „perfekten Frau“ lösen wolle. „Wenn Leute mich als Ikone sehen, dann sollen sie alles von mir sehen.“ Denn „Perfektion“ sei „ein Mythos“ und „ein Wort, das Leute anderen Leuten zuschreiben.“

          Michelle Obama berichtet zudem offen von ihren Ängsten. Einen Traum von wilden Tieren vor dem Weißen Haus, die ihren Mann und ihre Kinder angreifen, bezeichnet Obama als „sehr prägend“. Dies sei ihr damaliger Gefühlszustand nach der Wahl ihres Mannes zum ersten schwarzen Präsidenten der Vereinigten Staaten gewesen. „Diese Ängste am Anfang der ersten Amtszeit, wenn dein Leben sich vor dir auflöst und du die Kontrolle verlierst. Ich habe das damals immer wieder geträumt.“

          „Wir Frauen müssen unsere Geschichten teilen“

          In ihrer Autobiografie widmet sie sich auch den dunklen Tage ihres Lebens, wie ihrer Fehlgeburt und der anschließenden Hormonbehandlung. Auf die Frage, ob sie damit ein Tabu brechen wollte, antwortet sie mit „Ja, ganz sicher“. Sie wolle Frauen ermutigen sich gegenseitig zu unterstützen. „Wir Frauen müssen unsere Geschichten mit der nächsten Generation teilen, die guten und die schlechten.“

          Michelle Obama thematisiert in ihrem Werk aber nicht nur herausstechende Lebensereignisse, sondern auch den „ganz normalen Alltag“. Als die Familie zum Amtsantritt Obamas in das Weiße Haus einzog, wurden sie von ihrer Mutter Marian Robinson begleitet. Für Michelle Obama ein richtiger Entschluss.„Meine Kinder kamen nach Hause ins Weiße Haus, also in ein Denkmal, allein das fühlte sich für mich schon sehr seltsam an.“ Deshalb sei es für sie wichtig gewesen, dass ihre Töchter „in einem Haus voller Diener“ eine Vertraute vor Ort gehabt hätten, wenn sie oder Barack Obama nicht zu Hause waren, erzählt sie den Interviewern.

          Michelle Obama: Ich bin noch dabei, besser zu werden

          Ob die Politik nicht Menschen wie Sie brauche? Daran glaubt Obama nicht. Für sie sei es auch auf anderen Wegen möglich die Welt zu verändern. „Natürlich brauchen wir gute Leute in der Politik, aber wir brauchen auch gute Leute in unseren Schulen, in Hilfsorganisationen, in der Wirtschaft und Unterhaltung und in jedem Teil der Gesellschaft. Das ist in Amerika so und in Deutschland und überall in der Welt.“ Es gehe darum „die Menschlichkeit in anderen zu sehen, auch wenn jemand nicht unserer Meinung ist“. Wichtig sei es deshalb, sich nicht „auf das niedrige Niveau von anderen herabzulassen“, spielt sie auf den ausfälligen und andere herabsetzenden Politikstils Donald Trumps an. Und Politiker zu wählen, die „diese Werte“ vertreten, dann würden wir uns „in einer besseren Welt wiederfinden“.

          Auf die Frage, wer sie noch werden wolle, antwortete Obama zögerlich, sie „denke immer noch darüber nach“. Zum jetzigen Zeitpunkt könne sie sagen: „Ich bin noch dabei, eine bessere Mutter zu werden, ein besserer Mensch. Und ich hoffe, dass ich weiter die Welt beeinflussen kann.“

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