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Aus Mittelamerika : Mexikanische Polizei nimmt Hunderte Migranten fest

  • Aktualisiert am

Mexikanische Grenzschützer nehmen am Montag einen Migranten aus Mittelamerika fest. Bild: AP

Bei der Festnahme von Migranten im Süden des Landes ging die Polizei offenbar recht brutal vor. Präsident López Obrador kündigt an, weiterhin den Schutz von Menschen auf der Flucht zu garantieren – und stellt zugleich Forderungen an Washington und die Weltbank.

          Nach der Festnahme mehrerer hundert Migranten im Süden des Landes verspricht der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador, weiterhin den Schutz der Menschen auf der Flucht zu garantieren. Man werde verhindern, dass die Menschen aus Honduras, Guatemala und El Salvador auf ihrer Reise zu Schaden kämen, sagte der Staatschef am Dienstag (Ortszeit) vor Journalisten in Mexiko-Stadt. Zugleich forderte er von der amerikanischen Regierung, der Weltbank und der Interamerikanischen Entwicklungsbank, Geld für die wirtschaftliche Entwicklung der mittelamerikanischen Staaten zur Verfügung zu stellen.

          Am Montag waren im Süden des Landes nach Angaben der mexikanischen Einwanderungsbehörde auf der Landstraße zwischen Mapastepec und Pijijiapan 371 Migranten festgenommen worden, die Teil eines größeren Zuges mit etwa 3000 Menschen waren. Die Migranten seien zu einer Niederlassung der Einwanderungsbehörde im Bezirk Tapachula gebracht worden, um ihren Aufenthaltsstatus zu prüfen, bestätigte der Leiter der Einwanderungsbehörde, Tonatiuh Guillén López.

          Menschenrechtler kündigen Untersuchungen an

          Innenministerin Olga Sánchez Cordero erklärte, keiner sei bei dem Einsatz verletzt worden – und widersprach damit Berichten der Betroffenen. Man erwarte, dass die Menschen die Gesetze Mexikos respektierten und sich bei der Einreise registrieren ließen, so Sánchez Cordero. Bislang ist unklar, ob die mutmaßlich illegal eingereisten Migranten abgeschoben werden. Menschenrechtler kündigten Untersuchungen an.

          Nach dem Polizeieinsatz teilte sich die große Migrantengruppe am Dienstag in kleinere Gruppen. Einem Bericht der Zeitung „El Heraldo de México“ zufolge sind zahlreiche Migranten auf einem Güterzug weitergereist, der unter dem Namen „die Bestie“ bekannt ist. In den vergangenen Jahren hatten die Menschen auf der Flucht den Zug gemieden, weil die Reise extrem gefährlich ist.

          Die sogenannte Karawane ist eine von sechs, die sich derzeit auf dem Weg von Mittelamerika Richtung der Vereinigten Staaten befinden. Nach Angaben des mexikanischen Innenministeriums sind etwa 6000 Frauen, Männer und Kinder unterwegs. Seit Oktober vergangenen Jahres haben sich mehr als 10.000 Menschen aus Mittelamerika auf den Weg gemacht. Viele warten nun an der amerikanischen Grenze darauf, dass ihr Einreiseantrag bearbeitet wird. Andere sind in ihre Heimat zurückgekehrt oder haben in Mexiko Arbeit gefunden.

          Im März wurden an der Südgrenze der Vereinigten Staaten 103.492 Menschen aufgriffen, die höchste Zahl seit zwölf Jahren. Darunter waren sowohl Migranten, die beim illegalen Grenzübertritt festgenommen wurden, als auch Asylsuchende und Migranten, die ohne gültige Visa die Grenzübergänge passieren wollten.

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