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Angreifer erschossen : IS reklamiert Messerangriffe in Sibirien für sich

  • Aktualisiert am

Der abgesperrte Tatort in Sibirien Bild: MINISTRY HA/REX/Shutterstock

Ein mit einem Messer bewaffneter Mann hat in Surgut im äußersten Norden Russlands wahllos auf Passanten eingestochen und sieben Menschen verletzt. Die Polizei erschoss den Angreifer.

          Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat die Messerattacke am Samstag in der russischen Stadt Surgut für sich in Anspruch genommen. Ein „Soldat“ der IS-Miliz habe den Angriff in der sibirischen Stadt ausgeführt, meldete das IS-Sprachrohr Amaq. Ein Angreifer hatte im Zentrum von Surgut wahllos auf Passanten eingestochen und sieben Menschen verletzt. Er wurde von der Polizei erschossen.

          Die russischen Ermittler hatten zuvor einen terroristischen Hintergrund eher ausgeschlossen. Nach Angaben des russischen Ermittlungskomitees wurde untersucht, ob der aus der Gegend stammende Mann womöglich psychisch erkrankt gewesen sei. Später wiederholten die russischen Sicherheitsbehörden diese Vermutung in einer Erklärung der Polizei nicht mehr. Der Angreifer habe versucht, sich den Polizeibeamten zu widersetzen, bevor er erschossen wurde, hieß es. Zwei seiner Opfer wurden demnach schwer verletzt.

          Kritik an anfängliche Einschätzung der Ermittler

          Die anfängliche Einschätzung der russischen Ermittler, dass es sich wohl nicht um einen terroristischen Angriff handelte, hatte bei Internet-Nutzern kritische Kommentare zur Folge. Der prominente Oppositionelle Alexej Nawalny schrieb auf Twitter: „Ein Mann, der mit einem Messer herumrennt und möglichst viele Menschen töten will. Was ist das, wenn es kein Anschlag ist?“ Der Mann hatte am Samstag in Zentrum der 330.000-Einwohner-Stadt wahllos auf Passanten eingestochen. Die Attacke ereignete sich gegen 11.20 Uhr Ortszeit (8.20 Uhr MESZ). Alle Verletzten mussten laut Polizei im Krankenhaus behandelt werden.

          Nach offiziell nicht bestätigten Zeitungsberichten soll der Angreifer ein 19-Jähriger sein, dessen Vater bei den Behörden wegen radikaler religiöser Ansichten bekannt ist. Er soll aus der überwiegend muslimischen Region Dagestan im Nordkaukasus stammen. Nachdem am 3. April in St. Petersburg ein Selbstmordattentäter 15 Menschen in der U-Bahn getötet hatte, hatte Moskau die Sicherheitsmaßnahmen im Land verschärft.

          Zuvor hatte es in Finnland eine Messerattacke im Zentrum der Stadt Turku gegeben. Dabei wurden am Freitag zwei Frauen getötet und acht weitere Menschen verletzt. Tatverdächtiger ist ein 18-jähriger Marokkaner, der festgenommen wurde. Die Polizei in Finnland stuft den Angriff klar als Terroranschlag ein. Zu dem Angriff hat sich bisher niemand bekannt

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