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Merkel im EU-Parlament : Eine Hymne auf Europa

Erste Auslandsreise seit März: Angela Merkel in Brüssel Bild: AFP

Die Kanzlerin hält im Europaparlament eine pro-europäische Rede und vergleicht den Kontinent mit Beethovens neunter Symphonie. AfD-Politiker Jörg Meuthen wird ausgebuht.

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          „Happy to be here.“ Das waren die ersten Worte, als die Kanzlerin kurz nach ein Uhr am Mittwochmittag vor dem Europäischen Parlament aus dem Wagen stieg. Vom italienischen Parlamentspräsidenten David Sassoli wurde sie auf Französisch begrüßt. Beide verbeugten sich leicht. Angela Merkel faltete dazu die Hände, wie man es von Japanern kennt. Dann setzte sie auch gleich die Schutzmaske auf, eine neutrale weiße. Denn im Parlament herrscht strenge Maskenpflicht. Zum ersten Mal seit Mitte März, seit dem Beginn der Corona-Beschränkungen, war die Kanzlerin wieder ins Ausland gereist – „ins Herz Europas“, wie sie sagte. Sie wollte ihr Programm für den Ratsvorsitz persönlich vorstellen, wie es seit jeher üblich ist. Und natürlich hatte sie auch einiges zu bereden, mit den Präsidenten der Institutionen. Ende kommender Woche treffen sich die Staats- und Regierungschefs wieder persönlich, um über fast zwei Billionen Euro zu verhandeln, die Europa aus der Wirtschaftskrise herausführen sollen.

          Thomas Gutschker

          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Als die Kanzlerin nach einem Vorgespräch mit Sassoli im Plenum auftauchte, trug sie die dunkelblaue Mundschutzmaske mit dem Logo der deutschen Ratspräsidentschaft. Sie grüßte Bekannte, verneigte sich, winkte. Es ist ein Ort, an dem Merkel viele politische Freunde hat und großen Respekt genießt. Das Plenum war am Mittwoch so weit gefüllt, wie das unter Corona-Umständen möglich ist. Etwa 250 Abgeordnete waren gekommen, ein Drittel. Immer zwei Sitze mussten zwischen den Abgeordneten frei bleiben. Wenn einer für längere Zeit seinen Platz verließ, eilten sofort Saaldiener herbei, um den Platz zu desinfizieren. Es erinnerte daran, dass Europa immer noch in einer außergewöhnlichen Lage ist.

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