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Merkel und Macron : Verlässliches Duo in unruhigen Zeiten

Im vergangenen Jahr besuchte Merkel Macron in seiner Sommerresidenz. Bild: dpa

Die Bundeskanzlerin und der Präsident sind ein unschlagbares Duo. Es wird dauern, bis sich wieder ein vergleichbares deutsch-französisches Gespann bilden kann.

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          Die deutsch-französische Beziehung ist besser als ihr Ruf. Das war beim 22. Deutsch-Französischen Ministerrat zu beobachten, dem letzten der Ära Merkel. Der junge, ungeduldige Präsident und die erfahrene, besonnene Bundeskanzlerin ha­ben sich zusammengerauft und sind gerade aufgrund ihrer Unterschiedlichkeit zu einem unschlagbaren Team für Europa geworden. „Wir haben im Laufe der Zeit eine Gesprächskultur entwickelt“, be­tonte die Bundeskanzlerin und sprach von „weiseren Lösungen“, die entstehen, weil man andere, fremde Sichtweisen berücksichtigen müsse. Durch die Blume bekannte sie damit: Ohne den stürmischen Nachbarn auf der anderen Seite des Rheins wäre sicherlich vieles bequemer gewesen. Aber Nachbarn sucht man sich bekanntlich nicht aus.

          Gerade deshalb ist beachtlich, was das ungleiche Gespann aus Bundeskanzlerin und Präsident in den vergangenen vier Jahren alles bewegt hat. Das Bonmot Macrons über die „fruchtbare Konfrontation“ ist aktueller denn je. Oftmals knirschte es ganz erheblich, bevor eine Einigung erzielt wurde, wie zuletzt beim größten europäischen Rüstungsprojekt, dem Kampfflugzeugsystem FCAS. Auch die deutsch-französische Übereinkunft, die den Weg zum milliardenschweren europäischen Wiederaufbaufonds ebnete, war kein Selbstläufer. Interessenkonflikte und Irritationen werden sich auch zukünftig nicht vermeiden lassen. Doch die vier vergangenen Jahre kennzeichneten einen erneuerten Willen in Berlin und Paris, über konkrete Projekte die Verbindungen noch enger zu gestalten.

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