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Der Papst und die Kanzlerin : Merkels Nähe zu Franziskus

Sie schätzen und mögen sich: Papst Franziskus und Angela Merkel Bild: EPA

Kein Kanzler vor ihr war öfter im Vatikan zur Privataudienz beim Papst. Was verbindet die protestantische Pastorentochter mit dem argentinischen Jesuiten?

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          Angela Merkel hält einen bemerkenswerten Rekord unter den deutschen Bundeskanzlern: Kein Regierungschef der Bundesrepublik war während seiner Amtszeit häufiger zur Privataudienz beim Papst als die protestantische Pfarrerstochter aus Ostdeutschland. Es war die sechste Privataudienz der Kanzlerin bei einem Oberhaupt der katholischen Kirche, zu der sie Franziskus am Donnerstag empfing. Der Katholik Helmut Kohl hatte Johannes Paul II. in seiner sechzehnjährigen Amtszeit nur dreimal die Aufwartung gemacht. Der Katholik Konrad Adenauer brachte es in vierzehn Jahren auf fünf Audienzen bei drei Päpsten.

          Thomas Jansen
          Redakteur in der Politik.

          Merkels Spitzenplatz hat offensichtlich weniger mit einer generellen Wertschätzung für das Papsttum zu tun als mit der Person von Franziskus. Denn ihren Landsmann Benedikt XVI. besuchte sie in den acht Jahren seines Pontifikats nur einmal; das war im Jahr 2006 in dessen Sommerresidenz in Castel Gandolfo. Auch im internationalen Vergleich gehört Merkel zu Franziskus’ Stammgästen: Kaum ein anderer Regierungschef dürfte häufiger mit Franziskus im Vatikan zusammengetroffen sein als Merkel. Dabei nahm sich der Papst, der die meisten Staatsoberhäupter und Regierungschefs innerhalb einer halben Stunde abfertigt, für Merkel viel Zeit – zumindest für päpstliche Verhältnisse. Das längste Gespräch dauerte rund eine Stunde.

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