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Befreiung von den Nazis : Merkel dankt Niederländern für Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) während der virtuellen Gedenkveranstaltung zum Tag der Befreiung der Niederlande von der deutschen Besatzung Bild: dpa

Die Kanzlerin hat der Befreiung der Niederlande von der deutschen Besatzung 1945 gedacht - und der Gräuel der Nazis.

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          Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Mittwoch der Befreiung der Niederlande von der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg gedacht. „Wir Deutschen werden nie vergessen, dass die Niederlande uns nach dem Zweiten Weltkrieg und nach dem Zivilisationsbruch der Schoa die Hand zur Versöhnung gereicht haben“, sagte Merkel. Sie nannte es eine „besondere Ehre und ein besonderes Zeichen der Freundschaft“, dass sie als zweite deutsche Politikerin eingeladen war – nach Bundespräsident Joachim Gauck 2012 –, die Rede zum Tag der Befreiung am 5. Mai zu halten. „Vergangenes können wir nicht ungeschehen machen“, sagte die Kanzlerin, aber man müsse daraus die richtigen Lehren ziehen. Dazu gehöre es, sich gegen jede Form von Antisemitismus und Rassismus zu wenden. Merkel erinnerte in ihrer kurzen Ansprache, zu der sie wegen der Pandemie per Video zugeschaltet war, an die Gräuel der Besatzung.

          Thomas Gutschker
          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Die Wehrmacht hatte das neutrale Land im Mai 1940 angegriffen und die Innenstadt von Rotterdam mit Bomben komplett zerstört. Dies führte zur Kapitulation der Regierung und einer fünf Jahre währenden Besatzungszeit. as nationalsozialistische Regime ließ Dreiviertel der Bevölkerung jüdischen Glaubens deportieren und ermorden, „so viele wie in keinem anderen Land Westeuropas“, wie Merkel sagte. Insgesamt kamen 200.000 Niederländer ums Leben. Weitere 600.000 wurden als Zwangsarbeiter ins Deutsche Reich verschleppt. Die Kanzlerin erinnerte an die Streiks von 1941 und 1943, mit denen sich die Bevölkerung gegen die Besatzer auflehnte und verwies auf die „jahrhundertelange niederländische Tradition der Freiheit“.

          Im anschließenden Gespräch mit jungen Niederländern wurde Merkel nach ihrer Flüchtlingspolitik gefragt. Sie habe deshalb „viel Hass und viel Gegenwind ertragen müssen“, sagte Merkel, doch habe sie dafür sorgen wollen, dass die Garantie der Menschenwürde im Grundgesetz nicht nur auf dem Papier stehe. Auf die Frage, ob sie wieder wie 2015 handeln würde, antwortete sie, dass die Lage heute anders sei, weil man an den Fluchtursachen gearbeitet habe. Sie fügte hinzu: „Natürlich halte ich die Entscheidung, wie ich sie damals unter den gegebenen Bedingungen gefällt habe, für absolut richtig.“

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