https://www.faz.net/-gpf-9yx9h

Petersberger Klimadialog : Merkel: Nicht beim Klimaschutz sparen

  • Aktualisiert am

Merkel per Videoschalte beim Klimadiaolog Bild: dpa

Merkel begrüßt die ehrgeizigeren europäischen Klimaziele und setzt auf grüne Konjunkturprogramme. Um die im Pariser Abkommen angestrebten Ziele zu erreichen, reiche das aber nicht, mahnt der BUND.

          2 Min.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich auf dem Petersberger Klimadialog hinter das Vorhaben der Europäischen Kommission gestellt, die CO2-Emissionen stärker zu senken, als bisher geplant. „Ich begrüße den Vorschlag der EU-Kommission, die Emissionen um 50 bis 55 Prozent bis 2030 zu reduzieren“, sagte Merkel am Dienstag per Video-Ansprache. Dazu seien ein angemessenes Maßnahmenpaket „und auch eine CO2-Bepreisung“ erforderlich, für die Merkel die Sektoren des EU-Emissionshandels ausweiten will. Klimaschutz dürfe auch in der Corona-Krise nicht auf die lange Bank geschoben werden.

          Europa müsse bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent werden. Derzeit führe die Pandemie in vielen Teilen der Welt zu gegenseitiger Abschottung, sagte Merkel. Tatsächlich sei jedoch „Solidarität das Gebot der Stunde“. Ebenso wie das Virus keine Grenzen kenne, gelte das auch für das Klima.

          Trotz der Corona-Krise und ihrer wirtschaftlichen Folgen müssten internationale Verpflichtungen weiterhin stark vorangebracht werden, damit der Schutz des Klimas global erfolgreich werde. Merkel betonte, die nationalen Beiträge des Paris-Abkommens zum Klimaschutz müssten verbessert werden.

          Lob von Umweltverbänden

          Merkel sprach sich außerdem für klimafreundliche Konjunkturhilfen aus. „Umso wichtiger wird es sein, wenn wir Konjunkturprogramme auflegen, immer den Klimaschutz ganz fest im Blick zu haben und deutlich zu machen, dass wir nicht etwa am Klimaschutz sparen, sondern dass wir in zukunftsfähige Technologien investieren“, so die Bundeskanzlerin.

          Als weiteres wichtiges Ziel nannte Merkel den Schutz der Biodiversität und der Wälder. Dies sei auch für den Gesundheitsschutz wichtig. Sie verwies auf Studien, wonach 60 Prozent aller Infektionskrankheiten von Tieren auf Menschen übertragen würden.

          Der Umweltverband BUND lobte Merkels Rede als „starkes Signal“. „Die Erhöhung des Klimaziels auf 55 Prozent bis 2030 ist jedoch nicht ausreichend, wir brauchen 65 Prozent bis 2030. Nur so leisten wir einen fairen Beitrag zum Pariser Abkommen“, mahnte BUND-Geschäftsführerin Antje von Broock.

          Guterres: Grüne Jobs schaffen

          UN-Generalsekretär António Guterres, der wie Merkel per Videobotschaft sprach, rief dazu auf, die Überwindung der Corona-Krise auch für Fortschritte bei Klimaschutz und globaler Gerechtigkeit zu nutzen. Wenn jetzt Billionen Dollar ausgegeben würden, müsse dies auch eine schnellere Dekarbonisierung, die Schaffung „grüner Jobs“ und nachhaltigeres Wachstum bedeuten. „Die höchsten Kosten sind die des Nichtstuns“, mahnte Guterres zum gemeinsamen Handeln.

          Auf dem Petersberger Klimadialog berieten Minister aus rund 30 Staaten zwei Tage lang über Möglichkeiten, den Klimaschutz stärker voranzukommen. Ein wichtiger Punkt war dabei die Vorgabe des 2015 abgeschlossenen Paris-Abkommens, bis Ende des Jahres ehrgeizigere Emissionsziele vorzulegen. Die diesjährige Klimakonferenz ist auf das kommende Jahr verschoben worden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Auf der Suche nach Yves Etienne Rausch: Ein Polizeihubschrauber über dem Waldgebiet nördlich von Oppenau

          Flüchtiger bei Oppenau : „Der Wald ist sein Wohnzimmer“

          Noch immer wird er gesucht: Dass sich vier Polizisten von einem „Waldläufer“ überwältigen ließen, sorgt für Belustigung. Polizei und Staatsanwaltschaft haben daher am Dienstag noch einmal detailliert geschildert, wie es dazu kam.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.