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Merkel zu Selenskyjs Sieg : „Die Bundesregierung wird der Ukraine zur Seite stehen“

  • Aktualisiert am

Angela Merkel bei der Ankunft des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko im April in Berlin Bild: EPA

Die Bundeskanzlerin teilte dem neugewählten ukrainischen Präsidenten mit, sie freue sich, ihn bald in Berlin begrüßen zu können. Beistandsversicherungen kamen auch aus Amerika und Frankreich.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Wolodymyr Selenskyj zu seinem Sieg bei der Stichwahl um das ukrainische Präsidentenamt gratuliert. Nach einer Mitteilung des Bundespresseamtes vom Montag wünschte sie dem 41 Jahre alten neuen Präsidenten für die vor ihm liegenden Aufgaben viel Glück und Erfolg. „Die Stabilisierung der Ukraine sowie eine friedliche Konfliktlösung liegen mir ebenso am Herzen wie die Durchführung zentraler Reformen der Justiz, der Dezentralisierung sowie der Korruptionsbekämpfung“, wurde die Kanzlerin zitiert. „Die Bundesregierung wird der Ukraine insbesondere in ihrem Recht auf Souveränität und territoriale Integrität auch in Zukunft tatkräftig zur Seite stehen.“ Merkel sagte weiter, sie würde sich freuen, Selenskyj bald in Berlin empfangen zu können.

          Der prowestliche Schauspieler Selenskyj war der Wahlkommission zufolge nach Auszählung von mehr 90 Prozent der Wahlzettel auf 73 Prozent der Stimmen gekommen. Amtsinhaber Petro Poroschenko landete weit abgeschlagen bei 24,5 Prozent der Stimmen. Merkel hatte kurz vor der Abstimmung Poroschenko in Berlin getroffen.

          Auch der amerikanische Präsident Donald Trump beglückwünschte Selenskyj nach der Wahl. Trump habe ihn angerufen und auch das ukrainische Volk zur friedlichen und demokratischen Wahl beglückwünscht, teilte dessen Sonderbeauftragter Kurt Volker bei Twitter mit. „Wir werden die Ukraine weiter unterstützen bei ihren Anstrengungen, die territoriale Unversehrtheit herzustellen und Russlands Aggression abzuwehren“, schrieb der amerikanische Vertreter nach der Wahl am Sonntag.

          Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron reihte sich in den Gratulationsreigen ein. Macron bekräftigte in einem Telefongespräch, dass Frankreich die Fortsetzung der Reformen in der Ukraine und die Bekämpfung der Korruption unterstütze, hieß es in einer Mitteilung des französischen Präsidialamtes. Er erinnerte außerdem daran, dass Paris weiterhin fest entschlossen sei, die Souveränität der Ukraine innerhalb der international anerkannten Grenzen vollständig wiederherzustellen.

          Die russische Regierung wiederum hofft auf bessere Beziehungen zu Kiew. Ministerpräsident Dmitrij Medwedjew schrieb am Montag auf seiner Facebook-Seite, nach dem Wahlsieg des Politikneulings Wolodymyr Selenskyj bestehe „eine Chance, die Zusammenarbeit mit unserem Land zu verbessern“. Er mache sich aber insgesamt „keine Illusionen“, fügte Medwedjew hinzu.

          Auch EU und Nato haben ihren Willen zu einer guten Zusammenarbeit bekräftigt. EU-Ratspräsident Donald Tusk schrieb am Sonntagabend im Kurzbotschaftendienst Twitter, die EU sei entschlossen, ihre Unterstützung für das Land fortzusetzen. Er sprach von einem „entscheidenden Tag für die Ukraine“. Freie Wahlen und ein friedlicher Machtwechsel seien Zeichen für eine „starke ukrainische Demokratie“. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg gratulierte dem Politikneuling Selenskyj zu seinem Wahlsieg. Die Ukraine sei ein „geschätzter“ Partner der Nato. „Wir freuen uns darauf, unsere Kooperation fortzusetzen.“

          Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz von der konservativen ÖVP hat Wolodymyr Selenskyj zu seinem Sieg gratuliert und die Ukraine als wichtigen Partner Österreichs und der EU bezeichnet. Die Ukraine könne auf die volle Unterstützung für Reformen sowie bei den Themen Souveränität und territoriale Integrität setzen. „Ich freue mich darauf, die gute Kooperation zwischen Österreich und der Ukraine mit Dir fortzuführen“, schrieb Kurz bei Twitter an Selenskyj gerichtet.

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