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Griechische Lager : Menschenrechtsbeauftragte fordert Schutz für junge Flüchtlinge

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Ein Flüchtling wäscht sich im Flüchtlingslager Moria die Hände. Die Lage in den Registrierlagern auf den griechischen Inseln im Osten der Ägäis ist katastrophal. Bild: dpa

Die Lage in den griechischen Flüchtlingslagern in der Ägäis ist katastophal. SPD-Politikerin Bärbel Kofler sagt: Es braucht ein Schutzprogramm für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge; schnell.

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          Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung fordert schnelle Hilfe für die Migranten in den überfüllten griechischen Flüchtlingslagern. „Die griechische Regierung schlägt Alarm, die Flüchtlingszahlen auf den Inseln steigen. Das zeigt doch: Die katastrophalen Zustände in den Lagern halten Menschen nicht von der Flucht ab“, sagte die SPD-Politikerin Bärbel Kofler dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Sonntag).

          „Was sie zur Flucht bewegt, ist schlimmer als das, was sie in den Lagern erdulden müssen“, sagte Kofler: „Wir dürfen Griechenland nicht allein lassen.“ Die Menschenrechtsbeauftragte forderte eine europäische Initiative: „Die neue EU-Kommission muss schnell einen neuen Anlauf zu einer fairen Verteilung der Geflüchteten auf die EU-Staaten unternehmen. Wünschenswert wäre auch ein neues Schutzprogramm für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“, so Kofler.

          Auch der Grünenvorsitzende Robert Habeck möchte Tausende Migranten aus den überfüllten Lagern Griechenlands nach Deutschland bringen. „Holt als erstes die Kinder raus“, sagte er in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Auf den griechischen Inseln vor der türkischen Küste drängten sich etwa 4.000 Kinder, darunter „viele Mädchen, viele zerbrechliche kleine Menschen“. Da sei schnelle Hilfe ein „Gebot der Humanität“.

          Bundesländer wie Berlin und Thüringen hätten schon erklärt, dass sie dazu bereit seien, ebenso die grüne Seite der Regierung von Baden-Württemberg und der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius von der SPD, so Habeck. Deutschland müsse auch handeln, wenn andere in der EU nicht mitmachten. „Es ziehen sowieso nie alle mit“, sagte Habeck der Zeitung. Angesichts der Not auf den griechischen Inseln lehnte er es ab, für die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen sollten, eine Höchstgrenze zu nennen.

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