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Polizei in Memphis : Schießtraining mit schwarzen Pappfiguren

Ein Polizist und ein Teilnehmer einer Anti-Rassismus-Demonstration entbieten einander in Memphis Ende Mai den Faustgruß. Bild: AP

In Memphis, wo Martin Luther King 1968 erschossen wurde, sind heute 52 Prozent der Polizisten einschließlich des Polizeipräsidenten Afroamerikaner. Doch auch hier gibt es ein Rassismus-Problem. Warum?

  • -Aktualisiert am
          7 Min.

          Es gibt eine neue Routine in der Stadt. Abend für Abend trifft man sich im Zentrum von Memphis, um von da aus ins historische Viertel zu ziehen. Mal sind es siebzig Leute, mal 300. Ihr Ziel ist nicht die Musikmeile auf der Beale Street. Vor den leeren Blues-Bars starren Türsteher Löcher in die Luft; die Touristen sind noch nicht zurückgekehrt an den Geburtsort des Blues. Das sogenannte Comeback der Wirtschaft lässt im Südwesten Tennessees auf sich warten. Die jungen Leute schreckt die Pandemie nicht. Ihr Ziel ist die Main Street, die South Main Street, um genau zu sein.

          Majid Sattar
          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Nur wenige Schritte entfernt vom Lorraine-Motel, das heute ein Museum ist, kommt der Protestmarsch zum Stehen. Auf dem Balkon jenes Motels stand vor 52 Jahren Martin Luther King, als ihn ein Schuss in den Kopf traf. Die Tage der Großdemonstrationen mögen fürs Erste vorbei sein – der harte Kern der „Black Lives Matter“-Bewegung macht indes unbeirrt weiter. Viele glauben, dass ihre Zeit nun endlich gekommen sei. Sie sprechen von einem historischen Moment, von einem Wendepunkt.

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