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Corona in Australien : Die Freiheit endet nach fünf Kilometern

Polizisten führen Anti-Corona-Demonstranten in Melbourne ab. Bild: AFP

Melbourne wurde mehrmals zu einer der lebenswertesten Städte der Welt gewählt. Nun herrschen dort die strengsten Corona-Auflagen. Nicht alle kommen damit klar.

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          Melbourne ist in Australien die Stadt des guten Essens, des pulsierenden Nachtlebens und der vibrierenden Kunstszene. Mehrere Jahre hintereinander ist die Fünf-Millionen-Metropole zur lebenswertesten Stadt der Welt gewählt worden. Für die Melburnians, wie sich die Einwohner der zweitgrößten Stadt Australiens nennen, ist der gegenwärtige harte Lockdown deshalb eine besonders schmerzhafte Erfahrung. „Die Pandemie hat uns so vieler Dinge beraubt, die wir hier wertschätzen, der Dinge, durch die wir uns als Stadt definieren“, schrieb die Autorin Kate Lancaster kürzlich in einem „offenen Brief an den Rest Australiens“. Dazu gehörten die Restaurants, die Straßenkunst und die Rugby-Spiele in vollen Stadien.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Doch nun gelten in Melbourne einige der strengsten Corona-Beschränkungen der Welt. Unter „Stufe vier“ des Plans gilt eine nächtliche Ausgangssperre. Außerdem dürfen die Einwohner Melbournes täglich nur eine begrenzte Zeit für Sport und zum Einkaufen vor die Tür. Dabei dürfen sie sich nicht weiter als fünf Kilometer von ihrem Wohnsitz entfernen. Schulen, Gast- und Arbeitsstätten bleiben geschlossen. Die Bußgelder sind hoch: Bei Verstößen gegen die Maskenpflicht drohen rund 120 Euro Strafe, bei Verstößen gegen die Heimquarantäne 1000 Euro, für Wiederholungstäter bis zu 6000 Euro. Wer sich trotz eines positiven Corona-Tests nicht in Isolation begibt, muss 3000 Euro bezahlen, bei Wiederholung bis 12.000 Euro.

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