https://www.faz.net/-gpf-9n7bk

Auf pazifischen Inseln : Mehrere Suizid-Versuche in Flüchtlingslagern nach australischer Wahl

  • Aktualisiert am

Wähler in Sydney am vergangenen Wochenende Bild: AP

Auf den pazifischen Inseln Manus und Nauru haben mehrere Flüchtlinge versucht, sich umzubringen. Auslöser soll der Sieg der liberal-konservativen Regierungspartei in Australien gewesen sein.

          Der überraschende Wahlsieg des liberal-konservativen Regierungsbündnisses in Australien hat offenbar zu mehreren Suizid-Versuchen in den umstrittenen Flüchtlingslagern auf den Pazifikinseln Manu und Nauru geführt. Die Polizei auf Manus sprach von mindestens zehn Suizid-Versuchen, davon vier am Wochenende. Mehrere Flüchtlinge verweigern demnach derzeit die Nahrungsaufnahme. Die australische Regierung lehnte eine Stellungnahme zunächst ab.

          Der Erfolg der Regierungskoalition, die wegen der Unterbringung von Flüchtlingen auf abgelegenen Pazifikinseln seit Jahren kritisiert wird, zerstörte anscheinend die Hoffnung vieler Menschen, die einen Wahlsieg der favorisierten Labor-Partei und damit eine liberalere Flüchtlingspolitik herbeigesehnt hatten.

          „Unser Leben hing von der Wahl ab“, sagte der auf der Pazifikinsel Manus internierte iranische Autor Behrus Boochani der Nachrichtenagentur AFP. Die Lage sei „außer Kontrolle“.

          Australien bringt alle Flüchtlinge, die per Boot ins Land kommen wollen und dabei aufgegriffen werden, in Lager im abgelegenen Inselstaat Nauru und der zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel Manus. Derzeit sind rund 800 Menschen dort untergebracht. Die Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen verurteilen die Lebensbedingungen in den Lagern regelmäßig.

          In den Umfragen vor der Wahl hatte sich ein Regierungswechsel in Australien abgezeichnet. Auch erste Nachwahlbefragungen sahen die oppositionelle Labor-Partei noch knapp vorn. Schließlich setzten sich aber die liberal-konservativen Koalitionsparteien durch. Die Labor-Partei hatte sich offen für ein Angebot Neuseelands gezeigt, einen Teil der in den Lagern untergebrachten Flüchtlinge aufzunehmen.

          Weitere Themen

          Humanität und Härte

          FAZ Plus Artikel: Deutsche Migrationspolitik : Humanität und Härte

          In der Bevölkerung wächst die Einsicht, dass sich Politik und Gesellschaft darauf einstellen müssen, die Migrationspolitik als Daueraufgabe anzunehmen. Doch welche Lehren wurden aus der Flüchtlingskrise gezogen? Ein Gastbeitrag.

          Demokratie-Aktivist Joshua Wong ist frei Video-Seite öffnen

          Hongkong : Demokratie-Aktivist Joshua Wong ist frei

          Er war der Anführer der „Regenschirm“-Bewegung in Hongkong von 2014 und saß zuletzt im Gefängnis jetzt ist Joshua Wong freigelassen worden. Der 22-Jährige forderte den Rücktritt von Regierungschefin Carrie Lam, die durch die Proteste gegen ein umstrittenes Auslieferungsgesetz unter Druck geraten ist.

          Topmeldungen

          So zeigt er sich gern: Recep Tayyip Erdogan mit Studentinnen beim Fastenbrechen im vergangenen Ramadan.

          Erdogans Akademiker : Der Rest ist Propaganda

          Wer dachte, eine Tagung des Zentrums für Türkeistudien in Essen würde die Lage der Universitäten am Bosporus kritisch beleuchten, sah sich getäuscht: kein Wort von Erdogans Säuberungen, nur Lob für den Potentaten.

          AKK zu Wahl in Görlitz : Schon wieder vertwittert

          Wieder sorgt die CDU-Vorsitzende mit einem Tweet für Ärger. Die Niederlage der AfD in Görlitz sei ein Zeichen für die Stärke der CDU, twittert AKK – und unterschlägt dabei, dass vor allem ein breites überparteiliches Bündnis den AfD-Sieg verhindert hat.

          FAZ Plus Artikel: Deutsche Migrationspolitik : Humanität und Härte

          In der Bevölkerung wächst die Einsicht, dass sich Politik und Gesellschaft darauf einstellen müssen, die Migrationspolitik als Daueraufgabe anzunehmen. Doch welche Lehren wurden aus der Flüchtlingskrise gezogen? Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.