https://www.faz.net/-gpf-8uytj

Terror in Pakistan : Mehr als 70 Tote bei Anschlag auf Gebetshaus

  • Aktualisiert am

Pakistan: Beerdigung nach einem Anschlag vom Montag (Archivbild) Bild: Reuters

Bei einer Bombenexplosion in einem Heiligen-Schrein im Süden von Pakistan wurden mehr als 70 Menschen getötet. Pakistan erlebt derzeit eine Reihe schwerer Terroranschläge.

          Bei einem Anschlag auf einen beliebten Heiligen-Schrein in Pakistan sind am Donnerstag mindestens 72 Menschen ums Leben gekommen. Wie ein hochrangiger Polizeibeamter sagte, sollen auch mehr als 250 verletzt worden sein – laut Gesundheitsminister schweben noch vierzig Personen in Lebensgefahr. Das Attentat geschah in der Sehwan in der Sindh-Provinz im Süden des Landes.

          Nach dem Abendgebet, als sich die Gläubigen zur traditionellen Tanz- und Gesangsdarbietungen versammelt hatten, sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft. In dieser Woche hat es in Pakistan eine Reihe von Terrorattentaten gegeben. Der jüngste Anschlag war aber der schwerste seit längerer Zeit. Zahlreiche Verletzte wurden mit Hubschraubern in die 200 Kilometer entfernte Provinzhauptstadt Karachi gebracht.

          Der Lal Shahbaz Qalandar-Schrein ist die Grabstätte eines Sufi-Heiligen. Gläubige kommen hier zusammen, um Koranverse zu singen, aber auch Lieder über göttliche und irdische Liebe zu intonieren. Musiker schlagen Trommeln und spielen auf traditionelle Instrumenten. Dazu wird getanzt, und Tänzer wie Zuschauer geraten in eine Art religiöse Trance.

          Die über tausendjährige Tradition ist in ganz Südasien verbreitet. Sie unterscheidet sich deutlich vom dem an Saudi-Arabien orientierten Wahabismus, der Musik und Tanz als Teufelszeug ablehnte und die mystische Religionsausübung der Sufi-Schule als Exzess bekämpft, wo Frauen und Männer gemeinsam an Gebeten teilnehmen. Sufi-Schreine waren schon in der Vergangenheit Ziel von Terroristen: Im November 2016 starben bei einem Anschlag auf den 500 Jahre alte Shah Noorani-Schrein in Pakistan über 50 Menschen. Die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ bekannte sich zu der Tat.

          Weitere Themen

          So viel Geld, und dann so viel Ärger

          Gute-Kita-Gesetz : So viel Geld, und dann so viel Ärger

          Das Gute-Kita-Gesetz war nicht nur das erste Gesetz mit griffigem Namen, es versprach erhebliche Verbesserungen in der Kinderbetreuung. Nun zeichnet sich ab, dass das Vorhaben zu einem Flickenteppich des Föderalismus wird.

          Schwerstes Erdbeben seit Jahrzehnten Video-Seite öffnen

          Albanien : Schwerstes Erdbeben seit Jahrzehnten

          Ein Erdbeben der Stärke 5,6 hat Albanien erschüttert, in der Hauptstadt Tirana wurden zahlreiche Gebäude beschädigt. Mehrere Menschen wurden verletzt, Berichte über Todesfälle lagen zunächst nicht vor.

          Topmeldungen

          Länger leben : Kerle, macht’s wie die Frauen

          Von der Gleichstellung der Geschlechter profitieren auch Männer – sie sind gesünder und leben länger. Die regionalen Unterschiede, die in einer Studie sichtbar werden, überraschen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.