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Die Royals und der Megxit : Weiß, englisch, konservativ

Das britische Königshaus im Jahr 2015 Bild: AP

Im Drama um Meghan und Harry steckt auch ein eigener politischer Kern: Die Menschen spüren, wie wichtig das Königshaus in bewegten Zeiten ist. Harrys Abschied hat eine andere Frage aufgeworfen.

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          Prinz Harry ist den Fängen des Buckingham Palace entkommen, hat ein paar Federn gelassen, und kann nun sein neues Leben beginnen. Wie dies aussieht, erfuhr er gleich nach der Landung in Kanada, seinem nunmehr zweiten Zuhause. Die Paparazzi fotografierten ihn schon in der Ankunftshalle, während seine Ehefrau Meghan zuvor beim Gassigehen mit Hund und Baby geknipst worden war. Noch am selben Tag ließ das Paar von seinen Anwälten einen Drohbrief an die Redaktionen aufsetzen. Dass die Rechnung für den Prinzen aufgeht und nun ein „friedlicherer“ und „unabhängigerer“ Lebensabschnitt beginnt, darf man bezweifeln.

          Zwei lange Wochen ergötzte sich die britische Nation an der Seifenoper über den verlorenen (Enkel-)Sohn. Viele sahen in Harry einen tragischen Helden, der als Sechster in der Thronfolge um seine Rolle im Königshaus rang und sich schließlich zu einer Flucht entschloss, die er noch bereuen werde. Dass die Affäre unter dem Rubrum „Megxit“ lief, wies darauf hin, dass viele in Meghan die treibende Kraft sahen – eine moderne Lady Macbeth, die ihren Mann aus eigenem Ehrgeiz ins Unheil stürzte. Dies wiederum ließ die Debatte entbrennen, ob die britische Gesellschaft noch immer frauenfeindlich, wenn nicht gar rassistisch sei.

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