https://www.faz.net/-gpf-wzwv

Mazedonien : Konservative Regierungspartei gewinnt Parlamentswahl

  • Aktualisiert am

Anhänger der Regierungspartei feiern in den Straßen von Skopje Bild: dpa

Der amtierende mazedonische Ministerpräsident Nikola Gruevski hat sich zum Sieger der Parlamentswahl vom Sonntag erklärt. Die Wahl wurde von schweren Ausschreitungen begleitet, in deren Verlauf eine Person getötet und zahlreiche weitere verletzt wurden.

          1 Min.

          Die Partei des amtierenden Ministerpräsidenten Nikola Gruevski hat die mazedonische Parlamentswahl gewonnen. Nach Auszählung von mehr als 80 Prozent der Stimmen lag die konservative Partei VMRO-DPMNE mit mehr als 46 Prozent uneinholbar vorn. Das teilte die staatliche Wahlkommission am Montagmorgen mit. Noch in der Nacht hatte Gruevski die national-konservative Koalition „Für ein besseres Mazedonien“ zum Sieger erklärt. Seine Koalition werde mehr als 60 der insgesamt 120 Sitze im neuen Parlament haben, sagte Gruevski in der Hauptstadt Skopje.

          „Dies ist ein historischer Sieg“, fuhr Gruevski fort. Er bedauerte ausdrücklich die Ausschreitungen am Wahltag, in deren Verlauf eine Person getötet und zahlreiche weitere verletzt wurden. In 20 Wahllokalen in den vornehmlich von Albanern bewohnten Gebieten musste die Abstimmung abgebrochen werden. Dort solle die Wahl wiederholt werden, verlangte Gruevski.

          „Ein hoher Preis“

          Die staatliche Wahlkommission gab an, dass die Koalition „Für ein besseres Mazedonien“ mit voraussichtlich rund 47 Prozent stärkste Kraft im neuen Parlament sein werde. Die oppositionelle sozialdemokratische Koalition „Sonne-Koalition für Europa“ erhielt knapp 23 Prozent der Stimmen. Radmila Secerinska, die Vorsitzende der SDSM, die die Koalition „Sonne“ anführt, gratulierte den Siegern, mahnte aber, dass diese nun eine „riesige Last und Verantwortung“ übernommen hätten. Frau Secerinska verwies auf die Opfer am Wahltag und sagte: „Der Preis, den wir während der Wahl bezahlt haben, war zu hoch.“

          Drittstärkste Kraft im Parlament wurde die albanische Partei DUI mit elf Prozent, gefolgt von der konkurrierenden Albanerpartei DPA, die zehn Prozent der Stimmen erhielt. Die Wahlbeteiligung lag bei 58 Prozent. Gruevski hatte vor der Wahl angekündigt, dass er die neue Regierung mit seinem früheren Koalitionspartner DPA bilden wolle.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Schützt am meisten: Eine Mitarbeiterin im Berliner Humboldt-Forum bereitet Spritzen für die Impfung vor.

          Immunität durch Infektion : Omikron ersetzt die Impfung nicht

          Die aktuelle Omikron-Welle kann Delta zurückdrängen, manche hoffen auf einen Immunschutz. Wieso das jedoch in die Irre führen kann – und was für die Impfpflichtdebatte bedeutet.
          Schwieriger Besuch: Baerbock bei Lawrow im russischen Außenministerium

          Baerbock bei Lawrow : Frostige Begegnung in Moskau

          Annalena Baerbocks Treffen mit Russlands Außenminister verläuft höflich, aber angespannt. Die beiden tragen einander in erster Linie lange Listen an Differenzen vor. Und Lawrow ist gewohnt listig.
          Manfred Weber (links) applaudiert nach der Wahl Roberta Metsolas zur Präsidentin des  Europäischen Parlaments.

          Neue EU-Parlamentspräsidentin : Webers Deal und seine Folgen

          Roberta Metsola rückt an die Spitze des EU-Parlaments. Zu verdanken hat sie das vor allem dem Strippenzieher Manfred Weber. Die Grünen haben sie nicht gewählt – und zahlen dafür einen hohen Preis.