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Französisches Überseegebiet : Kontrollverlust im Indischen Ozean

Bandengewalt: Schon seit Monaten kommt es auf Mayotte, wie hier Anfang November, zu Ausschreitungen. Bild: Picture Alliance

Mayotte liegt vor Küste Ostafrikas, gehört aber zu Frankreich. Illegale Einwanderung und Gewalt unter Banden machen der Insel schwer zu schaffen.

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          Mayotte ist eine Insel, die wie Helgoland oder Mallorca zur EU gehört. Nur liegt das 101. französische Département 8000 Kilometer von Paris entfernt im Indischen Ozean, zwischen der Küste Mosambiks und Madagaskar. Selten schafft es der Abgeordnete Mansour Kamardine, auf seine Heimat aufmerksam zu machen. Doch in diesen Tagen ist der 63 Jahre alte rechtsbürgerliche Politiker eine gefragte Stimme, denn gewalttätige Ausschreitungen zwischen Gangsterbanden erschüttern den europäischen Flecken vor der afrikanischen Küste.

          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          „Wir leben wie in einem Gefängnis unter freiem Himmel. Die Kriminellen laufen frei herum, während die redlichen Bürger sich hinter hohen Mauern einsperren müssen“, sagt Kamardine der F.A.Z. Viele Bürger trauen sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr auf die Straße. Er erzählt von nächtlichen Wegelagerern, die Autos auf den Hauptverkehrsstraßen überfallen, von kriminellen Banden, die mit Macheten Schulbusse bei helllichtem Tage angegriffen haben. „Die Lage ist außer Kontrolle“, sagt der Abgeordnete. Er vergleicht seine Heimat mit einem Schnellkochtopf, „der aufheizt und aufheizt und nun explodiert“.

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