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Taiwan-Frage : Sind die Matsu-Inseln das Donezk von Asien?

Der Hafen der Matsu-Insel Nangan Bild: Getty

Die Matsu-Inseln gehören zu Taiwan, aber viele ihrer Bewohner sehen sich als Chinesen. China beansprucht sie für sich – und testet die taiwanische Regierung mit ständigen Territorialverletzungen.

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          Bei gutem Wetter kann man von Matsu aus die chinesischen Baggerschiffe sehen, die Sand für die Bauindustrie vom Meeresboden kratzen. Das ist lukrativ, aber es ist auch mehr als das. Die Schiffe sind Teil der psychologischen Kriegsführung, mit der China versucht, Taiwan mürbe zu machen. In Matsu ist das besonders einfach, weil die taiwanische Inselgruppe nur neun Kilometer vor der chinesischen Küste liegt. Die eigene Hauptstadt Taipeh ist dagegen 170 Kilometer entfernt, so weit, dass man bei schlechtem Wetter Mühe hat, überhaupt dorthin zu kommen.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          Die Baggerschiffe dringen oft in die sechs Kilometer breite Sperrzone ein, die die taiwanische Regierung rund um Matsu deklariert hat. Die Küstenwache sieht sich dann gezwungen, sie zu vertreiben. Im Jahr 2020 geschah das fast 4000 Mal. Das verschleißt Ressourcen und zerrt an den Nerven. Manchmal beschädigen die chinesischen Schiffe auch ein Unterwasserkabel. Dann fallen Internet und Telefon auf den Matsu-Inseln aus, und die Verwundbarkeit der Inselgruppe wird besonders sichtbar. Neulich drang ein chinesisches Zivilflugzeug in den Luftraum von Matsu ein, ohne sich zu identifizieren. In Taipeh glaubt man, dass China auch damit Taiwans Reaktion testen wollte.

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