https://www.faz.net/-gpf-6l9sk

Massengrab in Slowenien entdeckt : Eine eineinhalb Meter starke Schicht von Skeletten

  • -Aktualisiert am

Mehr als 600 Massengräber hat die slowenische Regierungskommission bisher registriert. Bild:

In Slowenien ist ein weiteres Massengrab mit Opfern der kommunistischen Partisanen entdeckt worden. Die Opfer waren vermutlich Deutsche. Auf den „Killing Fields“ des jugoslawischen Kommunistenführers Tito in Slowenien wurden nach Kriegsende an die 100.000 Menschen erschossen.

          Natürlich wusste man im ostlowenischen Städtchen Brežice und in den umliegenden Dörfern über das Verbrechen Bescheid. Die Ermordung von Tausenden Menschen und die Beseitigung ihrer Leichname lässt sich auch in einem totalitären Staat nicht so einfach geheim halten.

          Die kommunistischen Partisanen in Slowenien hatten 1945 zudem wenig Grund, sich zu verstecken - Terror wirkt erst recht, wenn er öffentlich wird. Über das Blut, das nach oben drängte und die Erde auf ihrem Feld rot färbte, hatte eine Bäuerin nach dem Krieg sogar ein Gedicht geschrieben.

          Mehr als 600 Massengräber hat die slowenische Regierungskommission bisher registriert, die mit der Suche nach den Opfern des Terrors der kommunistischen Partisanen betraut ist, und jedes Jahr werden es mehr. Auf den „Killing Fields“ des jugoslawischen Kommunistenführers Tito in Slowenien wurden unmittelbar nach Kriegsende an die 100.000 Menschen erschossen, mit Hacken und Schaufeln erschlagen, in den Wäldern verscharrt oder in Gräben, Karsthöhlen und Bergwerksstollen geworfen. Mehr als 14.000 Opfer waren Slowenen, an die 20.000 deutsche Soldaten und Angehörige der deutschen Minderheit. Zehntausende Kroaten waren darunter, aber auch Serben, Montenegriner, Italiener und Ungarn.

          „Wir haben Skelette gefunden, Draht, Gebissteile und ein paar Soldatenstiefel.”

          Massengrab in einem deutschen Panzergraben

          Auf der regelmäßig aktualisierten Karte der Gräberkommission der slowenischen Regierung war die Gegend um Brežice (deutsch: Rann) schon lange verzeichnet. Vor zwei Jahren wurde das erste Mal versucht, die genaue Lage des Massengrabs festzustellen. Gelungen ist das erst vor wenigen Wochen. „Wir haben Skelette gefunden, Draht, Gebissteile und ein paar Soldatenstiefel“, erzählt Marko Štrovs, der die Untersuchungen leitet. Die Arbeiten begannen Mitte Oktober und wurden vorige Woche abgeschlossen. Gerichtsmediziner werden die Skelette untersuchen, wenn die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen einleitet.

          Das Massengrab ist riesig: Štrovs und sein Team entdeckten eine etwa eineinhalb Meter hohe Schicht von Schädeln und Knochen, die einen 186 Meter langen und vier Meter breiten Graben füllt. Wie in Težno bei Maribor (Marburg) wurde auch hier ein von den Deutschen angelegter Panzergraben benutzt, um sich der Leichname zu entledigen. In Težno ist der Graben 950 Meter lang und enthält mehr als 15.000 Skelette. In dem Graben bei Brežice am linken Ufer der unteren Save, unweit der kroatischen Grenze, vermutet Jože Dežman, der Vorsitzende der Regierungskommission, zwei- bis dreitausend Skelette. Das, sagt Dežman, sei noch eine „konservative Schätzung“. Fünfzehn Kilometer weiter westlich, mitten in der idyllischen Flusslandschaft der Kraka rund um Kostanjevica, befinden sich weitere Massengräber.

          Weitere Themen

          Große Anspannung im Gerichtsaal

          Prozess gegen G-20-Gegner : Große Anspannung im Gerichtsaal

          In Hamburg hat der Prozess gegen fünf G-20-Gegner mit Applaus begonnen. Den beschuldigten Gymnasiasten und Studenten aus dem Raum Offenbach drohen hohe Strafen – obwohl sie nicht direkt an den Ausschreitungen beteiligt waren.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.