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Marokko : Hunderte Flüchtlinge stürmen spanische Enklave Ceuta

  • -Aktualisiert am

Flüchtlinge oben, Sicherheitskräfte unten: Grenzzaun der spanischen Exklave Ceuta Bild: Reuters

Wieder haben mehrere hundert Männer aus Schwarzafrika den Zaun zur spanischen Enklave Ceuta in Marokko überwunden. Dabei wurden viele Migranten – und auch Grenzschützer – verletzt.

          Mehrere hundert illegale Einwanderer, die meisten von ihnen Schwarzafrikaner, haben in den frühen Morgenstunden des Freitags den Grenzzaun der spanischen Enklave Ceuta gestürmt. Nach Angaben der Polizei gelang es ihnen an der acht Kilometer langen Grenze zu Marokko, einen Zugang aufzubrechen und anschließend den sechs Meter hohen Doppelzaun zu überwinden. Dabei gab es mehrere Verletzte, unter ihnen auch Polizisten und Grenzwächter, die die Eindringlinge abwehren wollten.

          Deren genaue Zahl – die Schätzungen schwankten zwischen 200 und 300 – war zunächst nicht zu ermitteln. Wie der spanische Innenminister Juan Ignacio Zoido am Rande einer europäischen Ministerkonferenz in Brüssel sagte, habe sich etwa ein Viertel der Immigranten sogleich in den Straßen der Innenstadt  versteckt. Die Übrigen seien festgenommen und in das lokale Auffanglager (Ceti)  gebracht worden. Dort wurden sie von Landsleuten aus diversen Staaten südlich der Sahara mit Jubelrufen empfangen.

          Der letzte Zwischenfall dieser Art fand in Ceuta am 31. Oktober statt. Damals  versuchten etwa vierhundert Migranten, mit Gewalt „nach Spanien“ zu gelangen. Die meisten scheiterten. Ohne die Afrikaner vom Freitag mitzurechnen, sind in diesem Jahr etwa dreihundert „Subsaharianos“ und auch Maghrebiner nach Ceuta gelangt. Sobald das Auffanglager überfüllt ist, werden die Insassen entweder auf das spanische Festland zu weiteren Prüfungen gebracht oder aber auch abgeschoben. Die marokkanischen Behörden arbeiten in Ceuta wie auch der zweiten spanischen Enklave Melilla in der Regel mit den spanischen Grenzschützern zusammen. Sie deportieren Migranten, die die Sperren nicht überwinden, zumeist über die algerische Grenze.

          Dennoch halten sich nach Schätzungen regierungsunabhängiger Organisationen in der Umgebung der beiden Städte ständig bis zu mehrere tausend Migranten in improvisierten Zeltlagern auf und warten auf eine Gelegenheit. Der Zustrom aus Nordafrika nach Spanien war vor einigen Jahren noch viel stärker. Unter anderem durch die Errichtung verstärkter Grenzbefestigungen und die Mithilfe Marokkos ist es Spanien aber gelungen, den Andrang wenigstens an diesen beiden kritischen Punkten erheblich einzudämmen.

          Einer der Flüchtlinge wird wegen Verletzungen behandelt, die er sich beim Überwinden des Zaunes zugezogen hat.

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