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Le Pen in Ungarn : Bildtermin bei Orbán

  • -Aktualisiert am

Marine Le Pen und Viktor Orbán am Dienstag in Budapest Bild: EPA

Europas Nationalisten reisen gerne nach Budapest, Marine Le Pen musste es sogar tun. Ob das die französischen Wähler beeindrucken wird?

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          Die Versuche, in der EU eine schlagkräftige Allianz der Rechtspopulisten zu schmieden, scheitern seit Jahren. Es gibt offensichtliche Gründe dafür, wie etwa die Uneinigkeit über Russland. In Polen fürchtet man Putin, in Ungarn flirtet man mit ihm.

          Aber für gemeinsame Auftritte reicht es immer noch, da ist Budapest ein beliebtes Reiseziel der EU-Gegner aus Warschau, Rom oder Paris. Nachdem ihr neuer, in Umfragen aufsteigender Konkurrent Eric Zemmour schon da war, blieb Ma­rine Le Pen nicht viel anderes übrig, als ebenfalls zu einem Bildtermin mit Viktor Orbán zu reisen. Ob das die französischen Wähler beeindrucken wird? Nationalisten müssen eigentlich mit Feinden im Ausland kämpfen, die Pflege von Völkerfreundschaften wird von ihnen nicht erwartet.

          In Wahrheit sehen beide einer ungewissen Zukunft entgegen. Orbán steht vor schwierigen Wahlen, und Le Pens Umfragen sehen nicht gut aus. Auch in Polen hat die PiS keine Mehrheit mehr, in Italien hatten zuletzt die Sozialdemokraten Erfolg, in Deutschland hat die AfD bei der Bundestagswahl verloren. Am Ende sind die extremen rechten Bewegungen nicht. Dazu gibt es zu viele Themen, die von den etablierten Parteien liegen gelassen werden, vor allem die Migration. Aber ein Selbstläufer ist das souveränistische Projekt in Europa nicht mehr.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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