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Friedensnobelpreis : Des Preises würdig

Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an Maria Ressa aus den Philippinen und Dmitrij Murarow aus Russland. Bild: dpa

Die Journalisten Maria Ressa und Dmitri Muratow riskieren Leib und Leben für ihren Beruf und die Pressefreiheit. Das macht Mut.

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          In den vergangenen Jahren hatte das norwegische Nobelkomitee nicht immer eine glückliche Hand. Manche Ausgezeichnete erwiesen sich wenig später als des Friedensnobelpreises unwürdig, einige waren schon zum Zeitpunkt der Vergabe umstritten, wenn nicht offensichtlich Fehlbesetzungen. Auf die Preisträger in diesem Jahr trifft das nicht zu. Die beiden Journalisten Maria Ressa und Dmitri Muratow sind Streiter für die Meinungsfreiheit, die ihrer Arbeit in einem Umfeld nachgehen, in dem Einschüchterung und Drangsalierung an der Tagesordnung sind. Viele Kollegen Ressas haben ihre journalistische Arbeit auf den Philippinen mit dem Leben bezahlt. In Russland ist die freie, ungehinderte Berichterstattung Stück für Stück beschnitten worden. Zufall oder nicht: Am 7. Oktober jährte sich die Ermordung Anna Politkowskajas in Moskau zum 15. Mal.

          Deswegen sind die Auszeichnungen in diesem Jahr unmissverständliche Anklagen: gegen die Machthaber in Manila und in Moskau sowie gegen jene, die verhindern wollen, dass ihre dunklen Geschäfte ans Licht der Öffentlichkeit kommen, und zwar um jeden Preis. Sie sind Anklagen gegen Regime, die in Presse- und Meinungsfreiheit eine Bedrohung ihrer Herrschaft sehen. Meinungsfreiheit, schreibt das Nobelkomitee, sei eine Voraussetzung für Demokratie und dauerhaften Frieden. Wer sich dafür einsetzt und große Risiken für Leib und Leben eingeht, der hat den Preis verdient. Maria Ressa und Dmitri Muratow machen anderen Mut.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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