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Auto fährt in Fußgänger : Londoner Polizei ermittelt wegen Terrorverdachts

  • Aktualisiert am

Polizeieinsatz am Dienstag in London Bild: EPA

Mindestens drei Menschen werden verletzt, als ein Auto in die Absperrungen vor dem Londoner Parlament kracht. Die Polizei behandelt den Vorfall inzwischen als terroristischen Akt – und Donald Trump reagiert mit einer Twitter-Nachricht.

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          Nach der mutmaßlichen Auto-Attacke am Londoner Parlament ermittelt die Polizei wegen Terrorverdachts. Das teilte Scotland Yard am Dienstag mit. Ein Mann war am Morgen mit einem Auto in die Absperrungen vor dem Parlament gerast und hatte dabei Radfahrer und Fußgänger erfasst und drei Menschen verletzt. In Lebensgefahr war der Polizei zufolge aber niemand.

          Der Fahrer wurde festgenommen, gegen ihn wird nun wegen Terrorverdachts ermittelt. Es soll sich um einen Mann Ende 20 handeln. Er kooperiere nicht mit der Polizei, wie ein Sprecher mitteilte. Der Mann sei den Sicherheitsbehörden nach vorläufigem Stand bisher nicht bekannt gewesen. Weitere Verdächtige gebe es nicht, Waffen seien am Tatort nicht gefunden worden, erklärte Scotland Yard.

          May drückt Verletzten ihr Mitgefühl aus

          Premierministerin Theresa May drückte den Verletzten in einer Twitter-Nachricht ihr Mitgefühl aus und bedankte sich bei den Einsatzkräften. Auch andere britische Politiker äußerten sich zu dem Vorfall. Der amerikanische Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter: „Wieder eine terroristische Attacke in London ... Diese Tiere sind verrückt und müssen Entschlossenheit und Härte erfahren.“

          Der Vorfall ereignete sich kurz nach 7.30 Uhr Ortszeit. Eine Augenzeugin berichtete: „Es sah so aus, als sei es absichtlich gewesen. Das Auto fuhr sehr schnell in Richtung der Absperrungen“, sagte Ewalina Ochab der Nachrichtenagentur PA. Sie habe vorne an dem Fahrzeug kein Kennzeichen gesehen.

          Mehrere Straßen wurden gesperrt. Vor Ort waren Dutzende bewaffnete Polizisten. Auch mehrere Krankenwagen eilten an den Einsatzort. Die U-Bahn-Haltestelle Westminster wurde geschlossen. Auf Videos im Internet war zu sehen, wie Polizisten mit Waffen im Anschlag eine Person aus dem schwer beschädigten, silberfarbenen Ford Fiesta zerrten. Hubschrauber kreisten über Westminster Palace, überall standen Polizeifahrzeuge.

          Den Rettungskräften zufolge mussten zwei Menschen vor Ort behandelt werden. Sie wurden später ins Krankenhaus gebracht, waren aber nicht schwer verletzt. Auf Fernsehbildern waren am Boden liegende Radfahrer zu sehen. Mehrere Fahrräder lagen verteilt über den Gehsteig.

          Das Parlament ist seit einem Anschlag im März 2017 von einer Sicherheitsbarriere aus Stahl und Beton umgeben. Damals war ein Angreifer mit einem Auto auf der Westminster Bridge in eine Menschenmenge gefahren, vier Passanten wurden getötet. Der Mann erstach außerdem einen Polizisten, ehe er von der Polizei erschossen wurde.

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