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Sahel-Sonderbeauftragte : „Die EU hat in Mali viele Schlachten gewonnen“

Emanuela Del Re, Sonderbeauftragte für die Sahelzone im Dezember 2019 in Rom Bild: EPA-EFE

Die EU-Sonderbeauftragte für die Sahelzone, Emanuela Del Re, will im Konflikt um russische Söldner in Mali hart bleiben. Kritik an den EU-Einsätzen weist sie im F.A.Z.-Interview zurück.

          3 Min.

          Frau Del Re, die Beziehung zwischen Europa und Mali ist an einem Tiefpunkt angelangt. Mali hat den französischen Botschafter ausgewiesen, Em­manuel Macron hat das Ende der Operation Barkhane erklärt, Dänemark hat seine Spezialtruppen abgezogen, und Deutschland erwägt, den Einsatz der Bundeswehr in dem Land zu beenden. Auch die malische Bevölkerung bringt ihre Ablehnung gegenüber den Eu­ropäern klar zum Ausdruck. Kann die EU diese Abwärtsspirale noch aufhalten?

          Franca Wittenbrink
          Redakteurin in der Politik.

          Es stimmt, Malis Blick auf die EU ist im Moment sehr negativ. Aber das liegt vor allem an den schwierigen Umständen, insbesondere dem Konflikt über die Anwesenheit von russischen Söldnern der Gruppe Wagner in dem Land. Unsere Reaktion auf diesen Affront wird teilweise politisch ma­nipuliert, um eine gewisse antiwestliche Stimmung zu schüren. Demgegenüber steht die klare Haltung der EU, in be­stimmten Fragen hart zu bleiben, aber gleichzeitig offen für Dialog. Wir wollen das Land nicht isolieren, sondern zeigen deutlich, dass wir uns für die Bevölkerung einsetzen. Wir bleiben der wichtigste Partner für Mali und seine Nachbar­länder. Ich bin zuversichtlich, dass sich unser Verhältnis wieder verbessern kann.

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