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Mali : Tuareg nun doch gegen islamisches „Azawad“

  • Aktualisiert am

Kein Abkommen mit Al Qaida: Tuareg-Kämpfer in Timbuktu Bild: dapd

Die Tuareg-Rebellen im Norden Malis haben die Gründung eines Staates zusammen mit der Islamistengruppe Ansar Dine nun doch abgelehnt. Grund sei die unnachgiebige Haltung der Islamisten, die das Scharia-Recht einführen wollten.

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          Die Tuareg-Rebellen im Norden von Mali haben die Gründung eines Staates zusammen mit den Islamisten abgelehnt. Grund sei die unnachgiebige Haltung der Islamistengruppe Ansar Dine, die in dem Gebiet das islamische Scharia-Recht einführen wolle, teilten die Rebellen der Nationalen Befreiungsbewegung von Azawad am Freitag.

          Damit sei auch die Übereinkunft über einen Zusammenschluss mit der Islamistengruppe vom vergangenen Samstag „null und nichtig“. Die beiden Gruppen hatten bekanntgegeben, dass sie gemeinsam einen „Übergangsrat eines islamischen Staates Azawad“ gründen würden. In einem entsprechenden Abkommen zur Unabhängigkeit des Gebietes wurde ausdrücklich auch der Islam als Religion für das neue Staatsgebiet anerkannt.

          Mali mit den von den Tuareg beanspruchten nordöstlichen Gebieten

          Die vom islamistischen Terrornetzwerk Al Qaida in Nordafrika unterstützte Ansar Dine und die nicht religiös motivierten Tuareg-Rebellen kontrollieren seit fast zwei Monaten den Norden Malis. Sie kämpfen für die Unabhängigkeit der Region Azawad, die sich vom Nordosten bis zum Nordwesten des Landes erstreckt.

          Das westafrikanische Land steckt in der Krise, seit es einer Gruppe von Soldaten im März gelungen war, die Macht an sich zu reißen und Präsident Amadou Toumani Touré zu stürzen. Die Putschisten warfen Touré vor, die Tuareg-Rebellen und bewaffnete Islamisten im Norden des Landes nicht ausreichend bekämpft zu haben. Nach dem Putsch gelang es diesen dann binnen Tagen, Teile des Nordens unter ihre Kontrolle zu bringen.

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