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Mali : Tuareg kämpfen gegen Islamisten

  • -Aktualisiert am

Regionale Unsicherheit: Nigrische Sicherheitskräfte im Grenzgebiet zu Mali Bild: AFP

Kämpfe im Norden Malis: In der Nacht von Donnerstag auf Freitag haben sich Islamisten und Tuareg heftige Gefechte geliefert. In Timbuktu wurde derweil die Schaffung einer dritten bewaffneten Gruppe bekanntgegeben.

          In der nordmalischen Stadt Kidal haben sich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag offenbar Kämpfer der radikalen islamistischen Miliz Ansar al Din heftige Gefechte mit den Tuareg-Rebellen des „Mouvement national de libération de L’Azawad“ (MNLA) geliefert. Es waren die ersten schweren Gefechte zwischen den beiden Gruppen seit der Eroberung des Norden Malis im März.

          Der Hintergrund der Kämpfe ist ebenso unklar wie die Zahl möglicher Opfer. Nach Berichten von Bewohnern sollen die Gefechte nahezu die ganze Nacht gedauert haben. Der Führer von Ansar al Din, Iyad Ag Ghaly, lebt in Kidal. Sein Haus soll angeblich von Tuareg angegriffen worden sein. In den vergangenen Tagen hatten Bewohner der Stadt wiederholt gegen die Anwesenheit der radikalen Islamisten protestiert. Ansar al Din beschuldigt die Tuareg, diese Demonstrationen initiiert zu haben.

          Keine eindeutigen Kräfteverhältnisse

          Vor nicht einmal zwei Wochen hatten Ansar al Din und MNLA die Fusion der beiden Gruppen angekündigt, die aber nur wenige Tage später nach heftigem Widerstand zahlreicher einflussreicher Persönlichkeiten innerhalb des MNLA wieder rückgängig gemacht worden war. Die Gruppe Ansar al Din, die eng mit dem Terrornetz „Al Qaida im islamischen Maghreb“ (Aqim) kooperiert, will den Norden Malis in einen Scharia-Staat nach ihren radikalen religiösen Vorstellungen verwandeln. Die Tuareg hingegen plädieren für einen unabhängigen Staat mit einer laizistischen Rechtsprechung. Die Kräfteverhältnisse zwischen den beiden Gruppen sind nicht eindeutig festzustellen. Es scheint aber so zu sein, dass Ansar al Din zumindest militärisch die Oberhand in nahezu allen Gebieten in Norden Malis gewonnen hat.

          In Timbuktu wurde derweil am Freitag die Schaffung einer dritten bewaffneten Gruppe bekanntgegeben. Das so genannte „Mouvement des patriotes pour la résistance et la libération de Tombouctou“ (MPRLT) will nach eigenen Angaben die „Islamisten aus Timbuktu verjagen“. Hinter dieser Gruppe, deren tatsächliche Stärke völlig unbekannt ist, stehen mutmaßlich Würdenträger der arabischen Gemeinschaft in Azawad. Die Araber hatten zu Beginn dieser Woche sowohl Ansar als Din als auch die Tuareg zu Verhandlungen nach Mauretanien eingeladen, bei denen sie die Unabhängigkeit des Azawad von Mali abgelehnt und eine Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung gefordert hatten. Das Treffen war nach drei Tagen ergebnislos beendet worden.

          Mali mit den von den Tuareg beanspruchten nordöstlichen Gebieten Bilderstrecke

          Schon am Donnerstagabend hatte die westafrikanische Wirtschafts- und Währungsunion (Ecowas) nach einem Krisentreffen in Abidjan angekündigt, die Vereinten Nationen um finanzielle und logistische Hilfe für die Entsendung einer militärischen Eingreiftruppe nach Mali zu bitten. Der Antrag soll in den kommenden Tagen in New York eintreffen.

          Nach den Worten des gegenwärtigen Vorsitzenden der Ecowas, dem beninischen Präsidenten Thomas Boni Yayi, muss der Ausbreitung des islamistischen Terrors in Mali „so schnell wie möglich“ Einhalt geboten werden. Nach Worten des nigrischen Präsidenten Mahamadou Issoufou halten sich inzwischen afghanische und pakistanische Dschihadisten als Ausbilder in Mali auf. „Wir haben präzise Angaben über eines dieser Trainingslager in Gao, in dem die Kämpfer der nigerianischen Sekte Boko Haram ausgebildet werden“, sagte Issoufou dem französischen Sender France 24.

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