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Mali : Sicherheitsrat droht Islamisten mit Sanktionen

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Dieses Foto zeigt Kämpfer der Rebellengruppe Ansar Dine Ende April in der Nähe von Timbuktu, im Norden Malis Bild: AFP

In New York hat der UN-Sicherheitsrat die Zerstörung historischer Stätten durch die Extremistengruppe Ansar Dine verurteilt. Grünes Licht für eine militärische Intervention der internationalen Gemeinschaft im Norden Malis gaben die Ratsmitglieder nicht.

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          Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat islamistischen Kämpfern im Norden Malis Sanktionen angedroht. In einer am Donnerstag verabschiedeten Resolution verurteilt der Rat die jüngste Verwüstung historischer Stätten in Timbuktu durch die Extremistengruppe Ansar Dine. Jeder, der Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Qaida im Islamischen Maghreb (AQIM) unterhalten, müsse auf eine schwarze Liste gesetzt werden, hieß es weiter.

          Zudem äußerte der Weltsicherheitsrat Besorgnis über die humanitäre Lage in Mali und forderte eine Wiederherstellung der verfassungsgemäßen Ordnung nach dem Militärputsch vom 21. März. Eine Intervention wurde mit der Resolution nicht genehmigt. Eine solche Truppe hatten die Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS) und die Afrikanische Union vorgeschlagen. ECOWAS-Präsident Kadré Désiré Ouédraogo erklärte, die Organisation betrachte die Resolution als ersten Schritt in Richtung einer Eingreiftruppe, die versuchen würde, die Islamisten aus dem Norden Malis zu vertreiben.

          Die Gruppe Ansar Dine (Verteidiger des Islams) steht mit AQIM in Verbindung und will in dem von ihr beherrschten, Asawad genannten Gebiet strenges islamisches Recht durchsetzen. Sie hatte nach einem Putsch im März das Chaos ausgenutzt und gemeinsam mit säkularen Kämpfern der Volksgruppe der Tuareg weite Teile des Nordens erobert. Dann kam es aber zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden Rebellengruppen, und die Islamisten gewannen die Oberhand. Ein Sprecher der Gruppe hatte am Montag erklärt, Ansar Dine erkenne die Vereinten Nationen nicht an.

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