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Vorwürfe aus Paris : Verhandelt Malis Regierung mit russischen Söldnern?

„Absolut unvereinbar mit unserer Präsenz“: Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian droht mit dem vollständigen Rückzug französischer Soldaten aus Mali, sollte die Militärjunta russische Söldner engagieren. Bild: AP

Laut der französischen Regierung verhandelt die Militärjunta in Mali über eine Zusammenarbeit mit der russischen Söldnertruppe Wagner. Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer stellt wie Paris das militärische Engagement in Frage.

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          Nachdem aus französischen Kreisen Gerüchte über ein Engagement der russischen Söldnertruppe Wagner durch die Militärjunta in Mali an die Öffentlichkeit gelangt waren, hat Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) mit dem Ende der militärische Unterstützung durch die Bundeswehr, sowohl in der europäischen Ausbildungsmission (EUTM) als auch dem Einsatz im Rahmen der Vereinten Nationen (Minusma), gedroht.

          Peter Carstens
          Politischer Korrespondent in Berlin
          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.
          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS.

          Auf Twitter teilte Kramp-Karrenbauer am Mittwoch mit: Sollte sich die Zusammenarbeit von Mali mit russischen Söldnergruppen bestätigen, stellt das die Grundlagen des Mandats der Bundeswehr für Minusma und EUTM infrage. „Wenn Malis Regierung mit Russland solche Vereinbarungen trifft, widerspricht das allem, was Deutschland, Frankreich, die EU und Vereinten Nationen in Mali seit 8 Jahren leisten.“ Im Rahmen der beiden Mali-Mandate sind derzeit etwa 1220 Soldaten der Bundeswehr eingesetzt. Die Mandate sind bis Ende Mai 2022 befristet.

          Laut Kreml „keine russischen Soldaten“ in Mali

          Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian warnte am Mittwoch, ein Vertrag mit der russischen Söldnergruppe sei „absolut unvereinbar mit unserer Präsenz“. Entsprechende Verhandlungen werden nach Informationen in Paris derzeit zwischen dem malischen Staatschef Assimi Goïta und Vertretern der Söldnergruppe Wagner geführt. Frankreich hat nach dem zweiten Militärputsch in Mali im Mai dieses Jahres einen schrittweisen Truppenabzug angekündigt.Vor dem Auswärtigen Ausschuss der Nationalversammlung sagte der Außenminister, Wagner-Söldner hätten sich in der Zentralafrikanischen Republik durch Ausschreitungen, Raubüberfälle und Verstöße aller Art hervorgetan. „In der Zentralafrikanischen Republik hat dies zu einer Verschlechterung der Sicherheitslage geführt“, warnte Le Drian. Auch Verteidigungsministerin Florence Parly nannte die Möglichkeit eines Sicherheitsabkommens zwischen der paramilitärischen Gruppe und der Militärjunta in Bamako „äußerst besorgniserregend“.

          Dmitrij Peskow, der Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, sagte zu den Vorwürfen aus Paris nur, dass in Mali „keine russischen Soldaten“ seien. Zu Söldnern des privaten russischen Militärunternehmens Wagner äußerte sich Peskow nicht. In seinen Reihen sollen viele ehemalige russische Soldaten kämpfen. Die dem Putin nahestehenden Geschäftsmann Jewgenij Prigoschin zugerechneten Söldner sind schon in vielen Ländern gesichtet worden, so in der Ukraine, in Syrien und auf dem afrikanischen Kontinent etwa in Libyen, Sudan und in der Zentralafrikanischen Republik. Ende Juni sprach der als malischer Verteidigungsminister auftretende Sadio Camara in Moskau unter anderen den russischen Generalstabschef, Valerij Gerassimow. Peskow sagte nun auf die Frage, ob Camara seinerzeit um russische Militärhilfe ersucht habe, Russland pflege Kontakte mit vielen Ländern, auch auf dem afrikanischen Kontinent.

          Das russische Engagement in Afrika ist nicht neu. Söldnertruppen mit bis zu 1000 Mann sollen bereits in der Zentralafrikanischen Republik, im Senegal und in Libyen eingesetzt sein. Russland versucht nach Einschätzung von Sicherheitsexperten, seinen früheren Einfluss auf dem Kontinent wieder zu stärken, jedes Zurückweichen des Westens werde ausgenutzt.

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