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Mutmaßliche Terrorattacke : Fast 100 Tote bei Angriff auf ein Dorf in Mali

  • Aktualisiert am

Bereits im März 2019 wurden bei einem Angriff auf ein Dorf im Zentrum Malis mindestens 130 Menschen getötet. Bild: AP

Bewaffnete greifen in der Nacht zum Montag ein Dorf im Zentrum Malis an und töten mindestens 95 Menschen. Es ist nicht die einzige verheerende Attacke in den vergangenen Monaten.

          Bei einem mutmaßlich terroristischen Angriff auf ein Dorf im Zentrum Malis sind nach ersten Erkenntnissen mindestens 95 Menschen getötet worden. Rund 20 Personen galten zunächst noch als vermisst, wie die Regierung des westafrikanischen Krisenstaates am Montag mitteilte. Der Angriff auf den von Menschen der Volksgruppe Dogon bewohnten Ort Sangha in der Region Mopti sei von „bewaffneten Männern, vermutlich Terroristen“ verübt worden.

          „Es werden alle Maßnahmen getroffen, um die Täter dieses Blutbades festzunehmen und zu bestrafen“, erklärte ein Sprecher der Regierung. Bei dem Angriff in der Nacht zum Montag seien auch mehrere Häuser in Brand gesteckt und zahlreiche Tiere getötet worden. Eine Selbstverteidigungsmiliz der Dogon namens Dan Na Ambassagou verurteilte den Angriff als eine „Kriegserklärung“. Weder der Staat noch die internationale Gemeinschaft kümmerten sich um die Bevölkerung, hieß es weiter.

          „Die Schwelle des Unerträglichen ist erreicht: es ist Zeit für einen landesweiten Aufschrei“, erklärte der Chef der UN-Friedensmission Minusma in Mali, Mahamat Saleh Annadif. Die UN verurteilten diesen Akt „unbeschreiblicher Barbarei“ aus das Schärfste. Die Minusma unterstütze nun die Sicherheitskräfte in dem betroffenen Gebiet.

          Im Zentrum des Landes kommt es wegen ethnischer Spannungen immer wieder zu Gewalt; häufig spielt dabei auch der Kampf um die seltenen Weidegründe und Äcker in der trockenen Sahelzone eine Rolle. Im März waren bei einem Angriff auf ein anderes Dorf im Zentrum des Landes mindestens 130 Menschen getötet worden.

          Die Bundeswehr beteiligt sich mit rund 1000 Soldaten an einer UN-Friedensmission zur Stabilisierung Malis und einem EU-Ausbildungseinsatz. Im Norden und im Zentrum des Landes sind zahlreiche islamistische Terrorgruppen aktiv. Einige von ihnen haben der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Treue geschworen, andere wiederum Al Qaida. Sie greifen häufig örtliche oder internationalen Sicherheitskräfte an, große Angriffe auf Dörfer hingegen gelten als selten.

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