https://www.faz.net/-gpf-6z11w

Mali : Entmachteter Präsident Touré erklärt Rücktritt

  • Aktualisiert am

Zurückgetreten: der untergetauchte malische Präsident Amadou Toumani Toure Bild: AFP

Der seit dem Putsch untergetauchte malische Präsident Touré hat seinen Rücktritt eingereicht. Damit machte der 63-Jährige den Weg für eine Übergangsregierung frei. Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas hob daraufhin die Sanktionen gegen Mali auf.

          Zweieinhalb Wochen nach dem Putsch in Mali hat der entmachtete Präsident Amadou Toumani Touré am Sonntag offiziell seinen Rücktritt erklärt. Entsprechend einem Abkommen mit der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas) machte Touré damit den Weg für eine politische Neuordnung frei. Die Entwicklungen im Norden des Landes, wo Tuareg-Rebellen und islamische Fundamentalisten das Sagen haben, bleiben unberechenbar.

          Touré erschien erstmals seit dem Putsch vom 22. März in der Öffentlichkeit. Er wirkte müde und war abgemagert. Das Abkommen für die Beilegung der Krise wurde von Burkina Fasos Außenminister Djibrill Bassolé im Auftrag der Ecowas ausgehandelt. Es sieht die Ernennung des bisherigen Parlamentspräsidenten Dioncounda Traoré zum Übergangspräsidenten vor. Dieser soll gemeinsam mit einer von ihm zu bildenden Übergangsregierung dann Präsidentschafts- und Parlamentswahlen organisieren. Im Gegenzug werden die Putschisten amnestiert und die gegen Mali verhängten Ecowas-Sanktionen aufgehoben.

          Ecowas hebt Sanktionen auf

          Die Putschisten hatten Touré vorgeworfen, die Tuareg-Rebellion nicht entschlossen genug zu bekämpfen. Aufgrund des Machtvakuums nach dem Putsch gelang es den Tuareg und den mit ihnen verbündeten Islamisten aber, innerhalb weniger Tage weite Teil des Nordens unter ihre Kontrolle zu bringen. Am Freitag riefen die Tuareg-Rebellen der Nationalen Befreiungsbewegung von Azawad (MNLA) die Unabhängigkeit des Nordens aus. Allerdings wird die Macht de facto zu großen Teilen von der islamistischen Bewegung Ansar Dine ausgeübt, die mit der Gruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) verbündet ist.

          Am Sonntag trat eine neue bewaffnete Gruppierung mit dem Namen Nationale Befreiungsfront von Azawad (FLNA) auf, die nach eigenen Angaben über 500 bewaffnete Kämpfer verfügt. Die Bewegung für Einheit und Heiligen Krieg in Westafrika (MUJAO), ein AQMI-Ableger, bekannte sich derweil zur Entführung des algerischen Konsuls in Gao und sechs seiner Mitarbeiter. Die Gruppe hatte im Herbst bereits drei Mitarbeiter von Hilfsorganisationen aus Spanien und Italien entführt, für deren Freilassung sie 30 Millionen Euro verlangt.

          Die Ecowas hob nach der erfolgreichen Vermittlungsmission in Bamako alle gegen das Land verhängten Sanktionen auf. „Ich hoffe, dass Mali auf der Grundlage der von ECOWAS erreichten Einigung nun zügig zur verfassungsmäßigen Ordnung zurückkehrt“, erklärte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) am Samstag. Die territoriale Einheit Malis dürfe nicht bedroht werden. Der belgische Außenminister Didier Reynders schlug vor, dem Norden Malis Autonomierechte zu gewähren.

          Weitere Themen

          Donald Trumps bilateraler Gipfel

          G-7-Treffen : Donald Trumps bilateraler Gipfel

          Beim bevorstehenden G-7-Treffen im französischen Biarritz hat Donald Trump viele bilaterale Gespräche geplant. Während Angela Merkel und Emmanuel Macron mit gewohnter Kritik rechnen können, will sich Trump Indien als Schlichter im Kaschmir-Konflikt anbieten.

          Topmeldungen

          Ein Straßenschild mit der Aufschrift „Willkommen in Nordirland“ steht am Straßenrand an der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland.

          Brexit-Streit : Auf gar keinen Fall Kontrollen

          Boris Johnson und die EU sind sich zumindest in einem Punkt einig: Grenzkontrollen zwischen Irland und Nordirland dürfen nicht sein. Doch wie soll das ohne Backstop-Klausel gehen?
          Frankfurts David Abraham (l.) und Goncalo Paciencia (r.) können Lebo Mothiba von Racing Straßburg nicht stoppen.

          Frankfurt patzt in Straßburg : Alle Hoffnung auf Teil zwei

          Eintracht Frankfurt muss um den Einzug in die Gruppenphase der Europa League bangen. Im Play-off-Hinspiel bei Racing Straßburg konnte der Bundesligist vor allem in der ersten Hälfte nicht überzeugen und verlor mit 0:1.
          Der gemeinnützige Verein Deutsches Tagebucharchiv e. V hat seinen Sitz in Emmendingen, einer Stadt im Südwesten Baden-Württembergs.

          Erinnerungen : Einblicke in die deutsche Seele

          Das Deutsche Tagebucharchiv sammelt Lebenserinnerungen und Briefe jeglicher Art – von ganz gewöhnlichen Menschen. Es sind faszinierende Dokumente,die die Vergangenheit spürbar machen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.